Reise - Bericht der Südamerikareise,

September 2001 - Ende Mai 2002

Reisebericht 9. Teil vom 19.04. - 30.05.02 (letzter Teil)

Fr. - So. 19.-21.04.02: Heute Nachmittag fahren wir zum Nationalpark Amboró, welcher angeblich einer der besten auf dem Kontinent sein soll. Der Park ist von der südlichen Seite (Mairana und Samaipata) und der nördlichen Seite (Buena Vista im Tiefland) her zugänglich. Wir haben eine Wegbeschreibung und die Strasse sollte angeblich gut befahrbar sein. Kurz vor dem Park gibt es ein kleiner Ort, Las Yungas. Von dort aus geht die Strasse noch ein Stück weiter und da soll ein Parkplatz sein, wo es möglich sein soll, zu übernachten.

So fahren wir los zuerst auf geteerter Strasse zurück zum Ort Mairana. Die Angaben die wir bekommen haben, sind nicht ganz richtig und so suchen wir erst einmal die Zufahrt Richtung Las Yungas. Dann geht es auf einer schmalen Naturstrasse bergauf. Die Strasse ist so schmal, so dass wir immer hoffen, dass uns kein Fahrzeug entgegenkommt. Es geht bergauf, immer bergauf und der Strassenzustand ist sehr bedenklich. Dann, plötzlich erreichen wir eine Anhöhe und denken, hier sei nun Las Yungas. Falsch, denn nun geht es wieder nach unten und bald kommt der erste Bach, der zweite und beim dritten ---- auch den schaffen wir mit viel Mühe und Martin meint anschliessend, dass nicht viel gefehlt habe um zu kippen (sie folgten diesmal hinter uns). Die weiteren Bachüberquerungen sind kein Problem. Dann endlich nach etwa 12 km happiger Naturstrasse erreichen wir das Örtchen Las Yungas. Nun geht es weiter in die Höhe und plötzlich kommt eine Verzweigung. Welche fahren wir nun? Man, erklärte uns, immer nach links halten. Okey, das machen wir. Es dauert nur etwa 200 Meter, da kommt bereits die nächste Abzweigung. Kein Problem, natürlich nach links und nach weiteren 400 Meter stehen wir auf schlammiger Strasse und meinen, dass dies nicht der richtige Weg sein kann. Nach einem kleinen Fussmarsch von Martin und Sonja wird festgestellt, dass der Weg tatsächlich etwas weiter vorne zu Ende ist. Nun ja, das Fahrzeug wenden mitten im Waldweg, umgeben von Bäumen ist ja für uns kein Problem, denn wir haben ja Diff.-Sperre und Untersetzung. Alles zurück, unter den Ästen durch, und wir sind bald wieder auf dem richtigen Weg, d.h. bei der ersten Abzweigung. Jetzt kann es ja nur noch besser werden. Martin und Sonja fahren voraus und nach wenigen hundert Metern melden sie uns, dass wir noch warten sollen. In der Zwischenzeit ist der Weg so schliefrig geworden und wir stehen mitten in einer stärkeren Steigung. So warten wir und nach einigen Minuten melden sie uns, dass für uns keine Chance sei zum durchkommen. Sie seien bereits abgerutscht und es soll starke, schlammige Furchen haben. Jetzt das Fahrzeug wenden???? Nach Abklärung der Situation und einer kleinen Rutschpartie sowie Rückwärtsfahrt in den Busch, kann ich das Fahrzeug wenden. Später meint Sonja, es sei nun mit Zweigen geschmückt, ev. richtig für militärischen Einsatz. Bei der Abzweigung hat es Platz um unsere Fahrzeuge für die Übernachtung zu parkieren.

Der Wind beginnt heftig zu wehen und mitten in der Nacht fahren Sonja und Martin einige hundert Meter weiter an eine windgeschütztere Stelle.

Wir schlafen auch nicht gut und am Morgen bläst der Wind immer noch in derselben Stärke. Eigentlich wollten wir Vögel beobachten, doch von Vögel ist nichts zu hören und keiner ist zu sehen. Wir fahren zuerst zum Platz von Sonja und Martin, doch nach ca. 200 Meter liegt ein Baum quer über die Fahrbahn, welchen wir zuerst beseitigen müssen. Zum Glück ist dieser morsch und dadurch leichter, denn ein ca. 40 cm dicker Baum hat sonst sein Gewicht. Nach kurzer Zeit ist der Weg frei und bald erreichen wir das Fahrzeug von Sonja und Martin. Da diese noch nicht abfahrbereit sind nutze ich die Zeit um Vögel zu beobachten. Kleine Aras und Sittiche, welche in grösseren Schwärmen über den Hügel fliegen, das ist doch etwas. Sonst aber keine weitere Beobachtung.

Nach einiger Zeit (ca. 08.30 Uhr) fahren wir zurück, diesmal geht die Bachüberquerung besser. Nun geht's wieder den Berg hinunter, aber immer langsam und vorsichtig. Plötzlich bleiben Sonja und Martin stehen, was ist jetzt wieder los? Aha, weiter vorne steht noch ein Laster und der Fahrer winkt, dass wir warten sollen. Was ist denn passiert? Oh Schreck, weiter unten ist ein Lastwagen gekippt und liegt mitten über die Strasse. Ein Weiterkommen, keine Chance. Was hat der Chauffeur blos gemacht, dass er hier gekippt ist? Auch seiner Frau und dem Kind ist zum Glück nichts passiert. Wie lange dauert es wohl, bis dieser weggeschafft ist und wir weiterfahren können? So essen wir mal vorerst in Ruhe Frühstück. Nach 11 Uhr hört man vom Tal her ein Fahrzeug kommen und tatsächlich erreicht ein Traktor um 11.30 Uhr den Ort um den Laster aufzustellen. Es sind noch vier Personen dabei und mit Hilfe eines Seilzuges kann das Fahrzeug wieder aufgestellt werden. Erstaunlich ist, dass die Fahrerkabine völlig intakt ist. Nur der Rahmen des Aussenspiegels ist etwas zerdrückt. Die ganze Aktion dauerte etwa eine Stunde und wir hätten nie gedacht, dass wir bereits um 12.30 Uhr weiterfahren können.

Sicher erreichen wir wieder Samaipata, wo wir anschliessend die nahegelegenen Pre-Inka Ruinen besuchen. Wiederum ist die Zufahrt sehr schlecht und nach der Überquerung eines Baches weist der Weg für uns eine zu starke Neigung auf, so dass wir unser Fahrzeug stehen lassen und mit Sonja und Martin hochfahren. Übrigens sind die Kilometerangaben im Reiseführer, auf der Karte und die tatsächliche Distanz immer unterschiedlich und stimmen vielmals nicht. So steht z.Bsp. an der Abzweigung zur Ruine 4 km, effektiv sind es aber 6 km. Nach dem Besuch der Ruinen und der Rückfahrt zu unserem Fahrzeug sind wir wirklich froh, dass wir den letzten Teil nicht mit unserem Auto gefahren sind. Anschliessend begeben wir uns zurück zum Campinggelände der Holländer.

Den Sonntag verbringen wir gemütlich um uns von den Strapazen der letzten Tage etwas zu erholen.

Mo. 22.04.02: Wir fahren um 8 Uhr los nach Santa Cruz im östlichen Tiefland von Bolivien. Da wir nicht sicher sind, wie lange wir noch in Bolivien sind und wir bei der Einreise von Peru nach Bolivien nur noch 30 Tage Aufenthalt erhalten haben, gehen wir zuerst zum Einwanderungsministerium für eine Verlängerung. Wie es so ist, hat der Standort gegenüber den Angaben im Reiseführer auch wieder geändert, aber wir finden das Gebäude schlussendlich.

Nach anstehen am 1. Schalter erklärt man uns, dass wir zuerst Fotokopien des Passes machen müssen im Kiosk nebenan. Am 2. Schalter füllen wir verschiedene Formulare aus und zahlen Fr. 40.-- pro Person. Am 3. Schalter, nach langem Anstehen erklärt man uns, dass wir die Pässe in einigen Tagen abholen können. Zum Glück hatten wir mit einem jungen Mann eine Diskussion während des Wartens und so hilft er uns, d.h. wir gehen zum Abteilungsleiter eine Etage höher. Nach einer kurzen Schilderung des Problems, dass wir noch heute weiterfahren wollen, meint dieser, das sei kein Problem, wir können die Pässe in einer Stunde abholen. Tatsächlich haben wir danach keine Schwierigkeiten und wir können gegen Abend, nach einem Besuch im Supermarkt und einem Internet-Lokal weiterfahren bis nach Buena Vista. Buena Vista ist der Ausgangspunkt zum Besuch des nördlichen Teils des Amboró Nationalparks. Wir erreichen Buena Vista in der Dunkelheit und haben etwas Mühe einen Übernachtungsplatz zu finden. Doch nach Fragen von verschiedenen Leuten finden wir schlussendlich eine gute Möglichkeit auf einem grösseren Gelände, mit Restaurant und Bungalows.

Di.- Mi.23. - 24.04.02: Wir beobachten Vögel in der näheren Umgebung. Da es in letzter Zeit recht geregnet hat, ist die Zugangsstrasse zum Nationalpark für unser Fahrzeug nicht passierbar, so dass wir auf einen Besuch verzichten. Leider ist auch das Wetter nicht sehr gut und es regnet öfters sehr heftig. Dadurch sind die Naturstrassen teils sehr schlammig. Bei der Zufahrt zu einer Flussüberquerung haben wir sehr Mühe und Burschen vom Dorf zeigen uns einen speziellen Weg zum Fluss. Danach muss auch der Preis für die Fähre während längerer Zeit diskutiert und abgemacht werden.

Do. - So. 25. - 28.04.02: Da die Wetterbedingungen, sowie die Möglichkeiten von sicheren Übernachtungsplätzen nicht die besten sind, fahren wir über die ehemaligen Missionsstationen, sogenannte Jesuiten-Reduktionen, Richtung Osten nach Brasilien. Wir sind gespannt auf die Strassenverhältnisse, doch diese erweisen sich besser als erwartet. Die Naturstrasse führt teilweise durch schönes Urwaldgebiet und Sumpflandschaft. Wir können einige interessante Vogelarten beobachten.

Die Jesuiten Reduktionen wurden durch den Schweizer Jesuiten Martin Schmid Ende des 17. Jahrhunderts errichtet. Diese Stationen waren von den Indianern teils sehr begehrt, denn so waren sie geschützt vor dem brasilianischen Sklavenhandel. Zusätzlich erlernten sie verschiedene Handwerke und auch das Spielen von Musikinstrumenten. In den 90-ger Jahren wurden diese Bauten unter der Leitung des Deutschen Hans Roth restauriert. Die Kirchen sind sehr schön und wirklich sehenswert. In diesen Tagen finden jeweils am Abend Konzerte (barocke Musik) von unterschiedlichen Gruppen aus verschiedenen Ländern statt.

Am Sonntagnachmittag erreichen wir die Grenze zu Brasilien. Der Impfausweis ist das erste, was die Leute hier sehen wollen, denn ohne Gelbfieber Impfung, geht gar nichts. Von der Grenze an ist die Strasse geteert und in sehr gutem Zustand. Eine Passkontrolle ist unterwegs, die Pass-Formalitäten müssen wir aber erst in Caceres erledigen. Gegen Abend erreichen wir Caceres, wo wir bei einer Tankstelle übernachten.

Mo. 29.04.02: Zuerst müssen nun die Grenzformalitäten erledigt werden. Hier in Caceres die richtigen Amtsstellen zu finden erweist sich auch nicht als einfach. Doch wir schaffen es und natürlich wollen wir danach auch noch unser restliches Geld, d.h. Bolivianos wechseln. Auf der Bank erfahren wir, dass hier in Brasilien keine Bolivianos gewechselt werden können. Was nun mit unserem Geld. Aber einmal mehr haben wir Glück, denn bei der Nachfrage in der zweiten Bank, sitzt als Kunde ein junger Brasilianer mit bolivianischer Abstammung. Er bringt uns anschliessend in die Nähe des Busterminals, wo verschiedene Marktstände sind. Ein Mann eines solchen Standes wechselt uns die restlichen Bolivianos. Danach gehen wir zum Supermercado um einzukaufen. Anschliessend fahren wir weiter nach Cuiaba, wo wir uns zuerst im Touristenbüro über die Umgebung informieren. Am Abend übernachten wir wieder bei einer Tankstelle.

Di. - Sa.30.04.- 04.05.02: Ausser den Flugzeugen, die genau über uns starteten, war der Übernachtungsplatz eigentlich ruhig. Wir wollen nun über die Transpantaneira in den Pantanal fahren. Auch hier ist nicht ganz klar, wie der Strassenzustand ist. Nördlicher Ausgansort für den Pantanal ist der Ort Poconé. Danach führt eine Naturstrasse, die Transpantaneira (Sackgasse) auf einer Distanz von 145 km nach Porto Jofre. Der Pantanal ist das grösste Sumpfgebiet der Welt und hat eine Fläche von 230'000 km2. Wenn wir also diese Strecke befahren, haben wir im Grössenvergleich sozusagen nichts gesehen vom Pantanal. Am Nachmittag erreichen wir nach den ersten 17km eine Farm mit Camping-Möglichkeit.

Wir geniessen diese Farm und können den lang ersehnten Hyazinth-Ara sowie viele andere Vögel und Tiere beobachten. Am 1. Mai erleben wir noch ein Rodeo und andere verschiedene Aktivitäten auf der Farm.

Am Mittwoch fahren wir die Transpantaneira bis nach Porto Jofre. Die Strasse ist besser als wir angenommen haben. Insgesamt sind auf dieser Strecke 125 Holzbrücken zu überqueren. Einige sind nicht im besten Zustand und es müssen teilweise vor der Ueberfahrt zuerst die Bretter richtig zurechtgerückt werden. Dies verursacht etwas Nervenkitzeln. Wiederum sehen wir viele Vögel und andere Tiere. Wir übernachten in Porto Jofre direkt am Fluss und wir haben einige Mühe, die Mücken abzuwehren. Das Wetter ist sehr gut, d.h. leider etwas zu heiss. Die Hitze verursacht einen hohen Getränkeverbrauch und erinnert uns an die heissesten Tage in Costa Rica. Niemals haben wir im Pantanal so hohe Temperaturen erwartet. Trotzdem sind wir glücklich, dass wir doch noch einen Einblick in das Pantanalgebiet hatten.

Nach einer weiteren Übernachtung auf der Farm, fahren wir zurück über Cuiaba zum Nationalpark Chapada dos Guimarães, der etwa 65 km von Cuiaba entfernt auf einem Hochplateau liegt.

So. - Do. 5. - 9.05.02: Wir geniessen die letzten Tagen, welche wir mit Sonja und Martin zusammen sind, auf einem Campingplatz in der Nähe des Ortes Chapada dos Guimarães. Gemeinsam machen wir noch Ausflüge in der Umgebung. Wir haben auch ein gutes Restaurant entdeckt, wo wir bei schöner Aussicht ins Tiefland des Pantanals unser Abschiedsessen geniessen.

Fr. 10.05.02: Heute ist für uns eher ein trauriger Tag, denn es heisst nun Abschied nehmen von Sonja und Martin. Sie reisen noch einige Wochen in Brasilien und fahren anschliessend nach Buenos Aires, um ihr Fahrzeug nach Südafrika einzuschiffen. Vorgesehen ist, das südliche Afrika für einige Monate zu bereisen und falls alles gut geht, möchten sie später noch mit ihrem Fahrzeug für einige Monate nach Australien. Wir wünschen ihnen viel Glück und eine gute Fahrt.

Auch hier möchten wir uns ganz herzlich bedanken, für die wunderbare Reise und die vielen schönen Stunden, welche wir mit ihnen erlebten.

Wir selber fahren nun etwas östlich, wo wir den Emas Nationalpark besuchen möchten. Zuerst sind nochmals einige Kilometer Naturstrasse vor uns, welche aber gut zu befahren sind. Bald gelangen wir auf die Hauptstrasse, wo ein starker Verkehr herrscht. Unglaublich viele Lastwagen sind unterwegs. Die Strasse führt durch riesige Ebenen, bepflanzt mit Baumwolle und Getreide. Am Abend übernachten wir bei einer Tankstelle.

Sa. 11.05.02: Wir haben einigermassen gut geschlafen und fahren weiter bis zum Ort Mineiros. Teilweise ist der Zustand der Strasse sehr bedenklich, denn die Fahrbahn weist riesige Schlaglöcher auf, bis zu 30cm tief. In Mineiros erkundigen wir uns wegen dem Zutritt zum Emas Nationalpark. Da die Aemter und die Touristeninformation am Wochenende geschlossen sind, dauert es eine Weile, bis wir "von offizieller Seite" einige Infos, natürlich auf portugiesisch, bekommen. Es scheint, dass man nur mit einem Führer in den Park rein kann, dennoch erklären sie uns, dass wir es einfach versuchen sollen. Kein Problem, denn bis zum Eingang des Parkes sind nur 85 km zu fahren. Wir fahren zurück zur Hauptstrasse, wo wir wieder bei einer grossen Tankstelle übernachten. Übrigens wird geraten hier in Brasilien entweder auf einem Campingplatz oder bei einer Tankstelle zu übernachten. Im Gegensatz zu Bolivien gibt es in Brasilien mehr Campingplätze und zudem sind die Tankstellen meistens mit Duschen und WC's eingerichtet, da diese ebenfalls von den Lastwagen als Uebernachtungsplätze genutzt werden.

Kaum sind wir bei der Tankstelle eingefahren, kommen auch Sonja und Martin daher und stellen sich zu uns.

So. 12.05.02: Da auch Sonja und Martin noch in den Park möchten, versuchen wir unser Glück und fahren gemeinsam bis zum Eingang des Parks. Da erklärt man uns tatsächlich, dass der Zutritt nur mit einem Führer gestattet ist. Der Park sei zu gross um darin alleine zu fahren, auch sei es gefährlich, wegen Schlangen, und und und. Unsere Erfahrung und auch das GPS hilft da nicht weiter. Leider gibt es dort vor Ort keine Führer, zudem wüssten wir nicht, wo dieser in unserem Fahrzeug sitzen sollte und als letztes haben wir sowieso sprachliche Probleme. Diese Führer können weder spanisch noch englisch. Nun ja, was soll's?

Nach dem Frühstück heisst es nun definitiv Abschied von Sonja und Martin zu nehmen. Sie fahren zurück nach Mineiros und dann nach Brasilia, wo sie einige Tage verbringen möchten. Wir haben uns gefreut, sie nochmals zu sehen.

Auch unser Weg führt uns zurück nach Mineiros, jedoch etwas gemütlicher. Am Nachmittag fahren wir ein Stück nördlich, wo wir hoffen, vorallem Aras zu beobachten. Tatsächlich sehen wir gegen Abend wenige Exemplare rumfliegen. Bei Dunkelheit fahren wir zur Hauptstrasse zurück um wiederum bei einer Tankstelle zu übernachten.

Mo. 13.05.02: Nochmals fahren wir in dieselbe Region um eventuell nochmals Aras zu finden. Wir haben Glück und sehen 8 Hyazinth Aras in einer Palme sitzen. Ein wirklich herrlicher Anblick diese seltene Vogelart in Freiheit zu beobachten. Ebenfalls sehen wir nochmals Gelb-blaue Aras. Glücklich fahren wir zur selben Tankstelle zurück und sehen unterwegs sogar noch einige Eulen.

Di. -Sa. 14.-18.05.02: Nun heisst es für uns in den nächsten Tagen südwärts zu fahren, denn wir möchten noch zu den Iguazu Wasserfällen. Wir wollen etwas gemütlich fahren, denn es genügt wenn viele Brasilianer wie angehende Rennfahrer sich auf der Strasse benehmen. Ebenfalls sind immer viele Lastwagen unterwegs, welche oftmals sehr nahe aufschliessen. Diese lassen wir jeweils lieber überholen, denn es ist unangenehm, diese so nahe zu haben.

Am Donnerstagnachmittag beginnt sich das Wetter zu verschlechtern und am Freitag beobachten wir starke Gewitter, werden jedoch nur wenig davon betroffen. In der Nacht auf Samstag regnet es oft sehr stark. Bei teilweise heftigem Regen fahren wir bis zur Stadt Foz do Iguazu, wo wir in einem grossen Supermarkt wieder einmal richtig einkaufen koennen. Zur Uebernachtung fahren wir etwas zurück, denn wir haben wieder eine gute Tankstelle gefunden. Die sanitären Einrichtungen sind von den besten die wir auf dieser gesamten Reise hatten.

So.19.05.02: Es regnet den ganzen Tag. Am Nachmittag möchten wir trotzdem kurz in die Stadt fahren, können jedoch das Fahrzeug nicht mehr starten. Unsere Batterie macht schlapp, doch mit Hilfe des Chefs der Tankstelle können wir das Fahrzeug starten. Wir lassen den Motor für einige Zeit laufen, um die Batterie zu laden.

Am späten Abend beginnt es orkanartig zu regnen und wir fahren mit unserem Landy fluchtartig an einen geschützten Platz bei der Tankstelle.

Mo.20.05.02: Gespannt sind wir heute, ob unser Landy anspringt ----- leider aber ist dies nicht der Fall und wir müssen eine neue Batterie kaufen. Erneut hilft uns der Chef der Tankstelle und es wird uns eine entsprechende Batterie direkt geliefert und montiert. Der einzige Vorteil ist, dass wir bereits unter einem Dach stehen, denn es regnet immer noch.

Die Wetteraussichten sind nun jedoch besser und wir hoffen, dass ab Dienstag besseres Wetter herrscht.

Di.- Fr. 21.-24.05.02: Am Dienstagmorgen hat sich tatsächlich die Wetterlage etwas beruhigt, doch der Himmel ist immer noch grau. Es ist auch merklich kälter geworden. Am Nachmittag besuchen wir den Staudamm von Itaipu, der grösste auf der Welt und sehr eindrücklich. Nach einem kurzen Film, nehmen wir teil an einer Führung (mit Bus), welche etwa eine Stunde dauert. Es ist ein riesiges Bauwerk, welches 25 % des Strombedarfs von Brasilien und 95 % des Bedarfs von Paraguay deckt. Übrigens werden etwa 1100 Besucher täglich mit Bussen rumgefahren, wir waren also nicht die Einzigen.

Den Mittwoch geniessen wir auf einem Campingplatz, wo wir auch die Zeit nutzen, unser Fahrzeug wieder etwas vom angefallenen Dreck zu befreien.

Am Donnerstag besuchen wir die Fälle auf der argentinischen Seite, mit einer organisierten Fahrt mit Bus. So ist es für uns einfacher, und der Grenzübertritt ist problemlos. Auf der argentinischen Seite befindet man sich oberhalb der Fälle und hat so einen ganz anderen Einblick als von der brasilianischen Seite her. Wir haben Glück mit dem Wetter, denn es ist strahlender Sonnenschein. Die Grösse und Wassermenge dieser Fälle ist wirklich beeindruckend und wir können uns beinahe nicht satt sehen. Beim Eintrittspreis inbegriffen wäre auch der Besuch der kleinen Insel San Martin. Der Wasserstand ist jedoch zu hoch um mit dem Boot hinzufahren. Nach der Besichtigung der Fälle fahren wir noch auf der argentinischen Seite zum Dreiländereck, d.h. die Grenze zu Paraguay und Brasilien.

Am Freitag fahren wir mit unserem Fahrzeug zum Parkeingang der Iguazu Fälle auf der brasilianischen Seite. Von dieser Seite hat man die Panorama-Sicht auf die Fälle. Noch einmal geniessen wir bei sonnigem Wetter dieses Naturwunder. Wir sind begeistert, denn für uns ist es der krönende Abschluss einer wunderbaren Reise.

Wir übernachten wieder bei der Tankstelle.

Sa. - Mo. 25. -27.05.02: Wir haben gut geschlafen und stehen rechtzeitig auf, denn nun heisst es etwas mehr als 700 km bis nach Paranagua zu fahren. Wir haben schönes Wetter und die Strassenverhältnisse sind gut. Die Landschaft ist recht hügelig und teilweise bewaldet. Wiederum sind viele Lastwagen unterwegs. Nach etwa der Hälfte der Distanz übernachten wir einmal mehr bei einer Tankstelle.

Am Sonntag fahren wir nahe zur Stadt Paranagua. In dieser Gegend gibt es noch erstaunlich viel Urwald. Hier sowie am Strand geniessen wir noch die letzten Tage vor der Abfahrt (31.05.02) unseres Schiffes. Zur Übernachtung fahren wir auf einen Campingplatz. Hier haben wir noch Gelegenheit, unseren Reisebericht fertig zu schreiben, um diesen vor unserer Abreise auf die Homepage zu laden.

Damit geht unsere Reise dem Ende entgegen, nachdem wir 31'000 km auf dem Kontinent zurückgelegt haben. Mit der An- und Rückfahrt nach Hamburg ergibt es ein Total von 33'000 km. Wir sind glücklich und danken Gott, dass wir diese Reise ohne Unfall und Krankheit erleben durften. Einige Male haben wir grosses Glück gehabt und sind mit "leichten Kratzern" davongekommen. Viele herrliche Eindrücke und unvergessliche Erlebnisse werden in unserer Erinnerung bleiben.

Wir freuen uns aber auch auf zu Hause, auf ein Wiedersehen mit der Familie und unseren Freunden.

Liebe Grüsse an alle Freunde und Verwandten

Max - Doris

 

 

 

 

 

 

 
Blue-headed Parakeet

LKW mitten auf der Strasse und Bergung durch Traktor

Landschaft in der Nähe von Samaipata

Ein interessanter Vogel in der Verhaltensweise ist der Guira Cuckoo

Flussüberquerung mit "Fähre"

Kirchen der Jesuiten-Reduktionen

Viele Schmetterlinge sind am Wegrand zu beobachten

Rodeo-Impressionen

Brückenüberfahrt
Landschaft Pantanal
Capivaras
Kaiman
Jabiru
Sonja und Martin beim Abschiedsessen
Hyazinth Aras
Sperlingspapagei
Chestnut-fronted Macaw
Blaustirn Amazone
Staudamm von Itaipu
Iguazu-Wasserfälle
Falter, welcher an den Fällen lange Zeit auf der Kamera gesessen und uns begleitet hat