Reisebericht 9. Teil vom 19.04. -
30.05.02 (letzter Teil)
Fr. - So. 19.-21.04.02: Heute Nachmittag fahren wir zum Nationalpark
Amboró, welcher angeblich einer der besten auf dem Kontinent
sein soll. Der Park ist von der südlichen Seite (Mairana und Samaipata)
und der nördlichen Seite (Buena Vista im Tiefland) her zugänglich.
Wir haben eine Wegbeschreibung und die Strasse sollte angeblich gut
befahrbar sein. Kurz vor dem Park gibt es ein kleiner Ort, Las Yungas.
Von dort aus geht die Strasse noch ein Stück weiter und da soll
ein Parkplatz sein, wo es möglich sein soll, zu übernachten.
So fahren wir los zuerst auf geteerter Strasse zurück zum Ort
Mairana. Die Angaben die wir bekommen haben, sind nicht ganz richtig
und so suchen wir erst einmal die Zufahrt Richtung Las Yungas. Dann
geht es auf einer schmalen Naturstrasse bergauf. Die Strasse ist so
schmal, so dass wir immer hoffen, dass uns kein Fahrzeug entgegenkommt.
Es geht bergauf, immer bergauf und der Strassenzustand ist sehr bedenklich.
Dann, plötzlich erreichen wir eine Anhöhe und denken, hier
sei nun Las Yungas. Falsch, denn nun geht es wieder nach unten und bald
kommt der erste Bach, der zweite und beim dritten ---- auch den schaffen
wir mit viel Mühe und Martin meint anschliessend, dass nicht viel
gefehlt habe um zu kippen (sie folgten diesmal hinter uns). Die weiteren
Bachüberquerungen sind kein Problem. Dann endlich nach etwa 12
km happiger Naturstrasse erreichen wir das Örtchen Las Yungas.
Nun geht es weiter in die Höhe und plötzlich kommt eine Verzweigung.
Welche fahren wir nun? Man, erklärte uns, immer nach links halten.
Okey, das machen wir. Es dauert nur etwa 200 Meter, da kommt bereits
die nächste Abzweigung. Kein Problem, natürlich nach links
und nach weiteren 400 Meter stehen wir auf schlammiger Strasse und meinen,
dass dies nicht der richtige Weg sein kann. Nach einem kleinen Fussmarsch
von Martin und Sonja wird festgestellt, dass der Weg tatsächlich
etwas weiter vorne zu Ende ist. Nun ja, das Fahrzeug wenden mitten im
Waldweg, umgeben von Bäumen ist ja für uns kein Problem, denn
wir haben ja Diff.-Sperre und Untersetzung. Alles zurück, unter
den Ästen durch, und wir sind bald wieder auf dem richtigen Weg,
d.h. bei der ersten Abzweigung. Jetzt kann es ja nur noch besser werden.
Martin und Sonja fahren voraus und nach wenigen hundert Metern melden
sie uns, dass wir noch warten sollen. In der Zwischenzeit ist der Weg
so schliefrig geworden und wir stehen mitten in einer stärkeren
Steigung. So warten wir und nach einigen Minuten melden sie uns, dass
für uns keine Chance sei zum durchkommen. Sie seien bereits abgerutscht
und es soll starke, schlammige Furchen haben. Jetzt das Fahrzeug wenden????
Nach Abklärung der Situation und einer kleinen Rutschpartie sowie
Rückwärtsfahrt in den Busch, kann ich das Fahrzeug wenden.
Später meint Sonja, es sei nun mit Zweigen geschmückt, ev.
richtig für militärischen Einsatz. Bei der Abzweigung hat
es Platz um unsere Fahrzeuge für die Übernachtung zu parkieren.
Der Wind beginnt heftig zu wehen und mitten in der Nacht fahren Sonja
und Martin einige hundert Meter weiter an eine windgeschütztere
Stelle.
Wir schlafen auch nicht gut und am Morgen bläst der Wind immer
noch in derselben Stärke. Eigentlich wollten wir Vögel beobachten,
doch von Vögel ist nichts zu hören und keiner ist zu sehen.
Wir fahren zuerst zum Platz von Sonja und Martin, doch nach ca. 200
Meter liegt ein Baum quer über die Fahrbahn, welchen wir zuerst
beseitigen müssen. Zum Glück ist dieser morsch und dadurch
leichter, denn ein ca. 40 cm dicker Baum hat sonst sein Gewicht. Nach
kurzer Zeit ist der Weg frei und bald erreichen wir das Fahrzeug von
Sonja und Martin. Da diese noch nicht abfahrbereit sind nutze ich die
Zeit um Vögel zu beobachten. Kleine Aras und Sittiche, welche in
grösseren Schwärmen über den Hügel fliegen, das
ist doch etwas. Sonst aber keine weitere Beobachtung.
Nach einiger Zeit (ca. 08.30 Uhr) fahren wir zurück, diesmal geht
die Bachüberquerung besser. Nun geht's wieder den Berg hinunter,
aber immer langsam und vorsichtig. Plötzlich bleiben Sonja und
Martin stehen, was ist jetzt wieder los? Aha, weiter vorne steht noch
ein Laster und der Fahrer winkt, dass wir warten sollen. Was ist denn
passiert? Oh Schreck, weiter unten ist ein Lastwagen gekippt und liegt
mitten über die Strasse. Ein Weiterkommen, keine Chance. Was hat
der Chauffeur blos gemacht, dass er hier gekippt ist? Auch seiner Frau
und dem Kind ist zum Glück nichts passiert. Wie lange dauert es
wohl, bis dieser weggeschafft ist und wir weiterfahren können?
So essen wir mal vorerst in Ruhe Frühstück. Nach 11 Uhr hört
man vom Tal her ein Fahrzeug kommen und tatsächlich erreicht ein
Traktor um 11.30 Uhr den Ort um den Laster aufzustellen. Es sind noch
vier Personen dabei und mit Hilfe eines Seilzuges kann das Fahrzeug
wieder aufgestellt werden. Erstaunlich ist, dass die Fahrerkabine völlig
intakt ist. Nur der Rahmen des Aussenspiegels ist etwas zerdrückt.
Die ganze Aktion dauerte etwa eine Stunde und wir hätten nie gedacht,
dass wir bereits um 12.30 Uhr weiterfahren können.
Sicher erreichen wir wieder Samaipata, wo wir anschliessend die nahegelegenen
Pre-Inka Ruinen besuchen. Wiederum ist die Zufahrt sehr schlecht und
nach der Überquerung eines Baches weist der Weg für uns eine
zu starke Neigung auf, so dass wir unser Fahrzeug stehen lassen und
mit Sonja und Martin hochfahren. Übrigens sind die Kilometerangaben
im Reiseführer, auf der Karte und die tatsächliche Distanz
immer unterschiedlich und stimmen vielmals nicht. So steht z.Bsp. an
der Abzweigung zur Ruine 4 km, effektiv sind es aber 6 km. Nach dem
Besuch der Ruinen und der Rückfahrt zu unserem Fahrzeug sind wir
wirklich froh, dass wir den letzten Teil nicht mit unserem Auto gefahren
sind. Anschliessend begeben wir uns zurück zum Campinggelände
der Holländer.
Den Sonntag verbringen wir gemütlich um uns von den Strapazen
der letzten Tage etwas zu erholen.
Mo. 22.04.02: Wir fahren um 8 Uhr los nach Santa Cruz im östlichen
Tiefland von Bolivien. Da wir nicht sicher sind, wie lange wir noch
in Bolivien sind und wir bei der Einreise von Peru nach Bolivien nur
noch 30 Tage Aufenthalt erhalten haben, gehen wir zuerst zum Einwanderungsministerium
für eine Verlängerung. Wie es so ist, hat der Standort gegenüber
den Angaben im Reiseführer auch wieder geändert, aber wir
finden das Gebäude schlussendlich.
Nach anstehen am 1. Schalter erklärt man uns, dass wir zuerst
Fotokopien des Passes machen müssen im Kiosk nebenan. Am 2. Schalter
füllen wir verschiedene Formulare aus und zahlen Fr. 40.-- pro
Person. Am 3. Schalter, nach langem Anstehen erklärt man uns, dass
wir die Pässe in einigen Tagen abholen können. Zum Glück
hatten wir mit einem jungen Mann eine Diskussion während des Wartens
und so hilft er uns, d.h. wir gehen zum Abteilungsleiter eine Etage
höher. Nach einer kurzen Schilderung des Problems, dass wir noch
heute weiterfahren wollen, meint dieser, das sei kein Problem, wir können
die Pässe in einer Stunde abholen. Tatsächlich haben wir danach
keine Schwierigkeiten und wir können gegen Abend, nach einem Besuch
im Supermarkt und einem Internet-Lokal weiterfahren bis nach Buena Vista.
Buena Vista ist der Ausgangspunkt zum Besuch des nördlichen Teils
des Amboró Nationalparks. Wir erreichen Buena Vista in der Dunkelheit
und haben etwas Mühe einen Übernachtungsplatz zu finden. Doch
nach Fragen von verschiedenen Leuten finden wir schlussendlich eine
gute Möglichkeit auf einem grösseren Gelände, mit Restaurant
und Bungalows.
Di.- Mi.23. - 24.04.02: Wir beobachten Vögel in der näheren
Umgebung. Da es in letzter Zeit recht geregnet hat, ist die Zugangsstrasse
zum Nationalpark für unser Fahrzeug nicht passierbar, so dass wir
auf einen Besuch verzichten. Leider ist auch das Wetter nicht sehr gut
und es regnet öfters sehr heftig. Dadurch sind die Naturstrassen
teils sehr schlammig. Bei der Zufahrt zu einer Flussüberquerung
haben wir sehr Mühe und Burschen vom Dorf zeigen uns einen speziellen
Weg zum Fluss. Danach muss auch der Preis für die Fähre während
längerer Zeit diskutiert und abgemacht werden.
Do. - So. 25. - 28.04.02: Da die Wetterbedingungen, sowie die Möglichkeiten
von sicheren Übernachtungsplätzen nicht die besten sind, fahren
wir über die ehemaligen Missionsstationen, sogenannte Jesuiten-Reduktionen,
Richtung Osten nach Brasilien. Wir sind gespannt auf die Strassenverhältnisse,
doch diese erweisen sich besser als erwartet. Die Naturstrasse führt
teilweise durch schönes Urwaldgebiet und Sumpflandschaft. Wir können
einige interessante Vogelarten beobachten.
Die Jesuiten Reduktionen wurden durch den Schweizer Jesuiten Martin
Schmid Ende des 17. Jahrhunderts errichtet. Diese Stationen waren von
den Indianern teils sehr begehrt, denn so waren sie geschützt vor
dem brasilianischen Sklavenhandel. Zusätzlich erlernten sie verschiedene
Handwerke und auch das Spielen von Musikinstrumenten. In den 90-ger
Jahren wurden diese Bauten unter der Leitung des Deutschen Hans Roth
restauriert. Die Kirchen sind sehr schön und wirklich sehenswert.
In diesen Tagen finden jeweils am Abend Konzerte (barocke Musik) von
unterschiedlichen Gruppen aus verschiedenen Ländern statt.
Am Sonntagnachmittag erreichen wir die Grenze zu Brasilien. Der Impfausweis
ist das erste, was die Leute hier sehen wollen, denn ohne Gelbfieber
Impfung, geht gar nichts. Von der Grenze an ist die Strasse geteert
und in sehr gutem Zustand. Eine Passkontrolle ist unterwegs, die Pass-Formalitäten
müssen wir aber erst in Caceres erledigen. Gegen Abend erreichen
wir Caceres, wo wir bei einer Tankstelle übernachten.
Mo. 29.04.02: Zuerst müssen nun die Grenzformalitäten erledigt
werden. Hier in Caceres die richtigen Amtsstellen zu finden erweist
sich auch nicht als einfach. Doch wir schaffen es und natürlich
wollen wir danach auch noch unser restliches Geld, d.h. Bolivianos wechseln.
Auf der Bank erfahren wir, dass hier in Brasilien keine Bolivianos gewechselt
werden können. Was nun mit unserem Geld. Aber einmal mehr haben
wir Glück, denn bei der Nachfrage in der zweiten Bank, sitzt als
Kunde ein junger Brasilianer mit bolivianischer Abstammung. Er bringt
uns anschliessend in die Nähe des Busterminals, wo verschiedene
Marktstände sind. Ein Mann eines solchen Standes wechselt uns die
restlichen Bolivianos. Danach gehen wir zum Supermercado um einzukaufen.
Anschliessend fahren wir weiter nach Cuiaba, wo wir uns zuerst im Touristenbüro
über die Umgebung informieren. Am Abend übernachten wir wieder
bei einer Tankstelle.
Di. - Sa.30.04.- 04.05.02: Ausser den Flugzeugen, die genau über
uns starteten, war der Übernachtungsplatz eigentlich ruhig. Wir
wollen nun über die Transpantaneira in den Pantanal fahren. Auch
hier ist nicht ganz klar, wie der Strassenzustand ist. Nördlicher
Ausgansort für den Pantanal ist der Ort Poconé. Danach führt
eine Naturstrasse, die Transpantaneira (Sackgasse) auf einer Distanz
von 145 km nach Porto Jofre. Der Pantanal ist das grösste Sumpfgebiet
der Welt und hat eine Fläche von 230'000 km2. Wenn wir also diese
Strecke befahren, haben wir im Grössenvergleich sozusagen nichts
gesehen vom Pantanal. Am Nachmittag erreichen wir nach den ersten 17km
eine Farm mit Camping-Möglichkeit.
Wir geniessen diese Farm und können den lang ersehnten Hyazinth-Ara
sowie viele andere Vögel und Tiere beobachten. Am 1. Mai erleben
wir noch ein Rodeo und andere verschiedene Aktivitäten auf der
Farm.
Am Mittwoch fahren wir die Transpantaneira bis nach Porto Jofre. Die
Strasse ist besser als wir angenommen haben. Insgesamt sind auf dieser
Strecke 125 Holzbrücken zu überqueren. Einige sind nicht im
besten Zustand und es müssen teilweise vor der Ueberfahrt zuerst
die Bretter richtig zurechtgerückt werden. Dies verursacht etwas
Nervenkitzeln. Wiederum sehen wir viele Vögel und andere Tiere.
Wir übernachten in Porto Jofre direkt am Fluss und wir haben einige
Mühe, die Mücken abzuwehren. Das Wetter ist sehr gut, d.h.
leider etwas zu heiss. Die Hitze verursacht einen hohen Getränkeverbrauch
und erinnert uns an die heissesten Tage in Costa Rica. Niemals haben
wir im Pantanal so hohe Temperaturen erwartet. Trotzdem sind wir glücklich,
dass wir doch noch einen Einblick in das Pantanalgebiet hatten.
Nach einer weiteren Übernachtung auf der Farm, fahren wir zurück
über Cuiaba zum Nationalpark Chapada dos Guimarães, der
etwa 65 km von Cuiaba entfernt auf einem Hochplateau liegt.
So. - Do. 5. - 9.05.02: Wir geniessen die letzten Tagen, welche wir
mit Sonja und Martin zusammen sind, auf einem Campingplatz in der Nähe
des Ortes Chapada dos Guimarães. Gemeinsam machen wir noch Ausflüge
in der Umgebung. Wir haben auch ein gutes Restaurant entdeckt, wo wir
bei schöner Aussicht ins Tiefland des Pantanals unser Abschiedsessen
geniessen.
Fr. 10.05.02: Heute ist für uns eher ein trauriger Tag, denn es
heisst nun Abschied nehmen von Sonja und Martin. Sie reisen noch einige
Wochen in Brasilien und fahren anschliessend nach Buenos Aires, um ihr
Fahrzeug nach Südafrika einzuschiffen. Vorgesehen ist, das südliche
Afrika für einige Monate zu bereisen und falls alles gut geht,
möchten sie später noch mit ihrem Fahrzeug für einige
Monate nach Australien. Wir wünschen ihnen viel Glück und
eine gute Fahrt.
Auch hier möchten wir uns ganz herzlich bedanken, für die
wunderbare Reise und die vielen schönen Stunden, welche wir mit
ihnen erlebten.
Wir selber fahren nun etwas östlich, wo wir den Emas Nationalpark
besuchen möchten. Zuerst sind nochmals einige Kilometer Naturstrasse
vor uns, welche aber gut zu befahren sind. Bald gelangen wir auf die
Hauptstrasse, wo ein starker Verkehr herrscht. Unglaublich viele Lastwagen
sind unterwegs. Die Strasse führt durch riesige Ebenen, bepflanzt
mit Baumwolle und Getreide. Am Abend übernachten wir bei einer
Tankstelle.
Sa. 11.05.02: Wir haben einigermassen gut geschlafen und fahren weiter
bis zum Ort Mineiros. Teilweise ist der Zustand der Strasse sehr bedenklich,
denn die Fahrbahn weist riesige Schlaglöcher auf, bis zu 30cm tief.
In Mineiros erkundigen wir uns wegen dem Zutritt zum Emas Nationalpark.
Da die Aemter und die Touristeninformation am Wochenende geschlossen
sind, dauert es eine Weile, bis wir "von offizieller Seite"
einige Infos, natürlich auf portugiesisch, bekommen. Es scheint,
dass man nur mit einem Führer in den Park rein kann, dennoch erklären
sie uns, dass wir es einfach versuchen sollen. Kein Problem, denn bis
zum Eingang des Parkes sind nur 85 km zu fahren. Wir fahren zurück
zur Hauptstrasse, wo wir wieder bei einer grossen Tankstelle übernachten.
Übrigens wird geraten hier in Brasilien entweder auf einem Campingplatz
oder bei einer Tankstelle zu übernachten. Im Gegensatz zu Bolivien
gibt es in Brasilien mehr Campingplätze und zudem sind die Tankstellen
meistens mit Duschen und WC's eingerichtet, da diese ebenfalls von den
Lastwagen als Uebernachtungsplätze genutzt werden.
Kaum sind wir bei der Tankstelle eingefahren, kommen auch Sonja und
Martin daher und stellen sich zu uns.
So. 12.05.02: Da auch Sonja und Martin noch in den Park möchten,
versuchen wir unser Glück und fahren gemeinsam bis zum Eingang
des Parks. Da erklärt man uns tatsächlich, dass der Zutritt
nur mit einem Führer gestattet ist. Der Park sei zu gross um darin
alleine zu fahren, auch sei es gefährlich, wegen Schlangen, und
und und. Unsere Erfahrung und auch das GPS hilft da nicht weiter. Leider
gibt es dort vor Ort keine Führer, zudem wüssten wir nicht,
wo dieser in unserem Fahrzeug sitzen sollte und als letztes haben wir
sowieso sprachliche Probleme. Diese Führer können weder spanisch
noch englisch. Nun ja, was soll's?
Nach dem Frühstück heisst es nun definitiv Abschied von Sonja
und Martin zu nehmen. Sie fahren zurück nach Mineiros und dann
nach Brasilia, wo sie einige Tage verbringen möchten. Wir haben
uns gefreut, sie nochmals zu sehen.
Auch unser Weg führt uns zurück nach Mineiros, jedoch etwas
gemütlicher. Am Nachmittag fahren wir ein Stück nördlich,
wo wir hoffen, vorallem Aras zu beobachten. Tatsächlich sehen wir
gegen Abend wenige Exemplare rumfliegen. Bei Dunkelheit fahren wir zur
Hauptstrasse zurück um wiederum bei einer Tankstelle zu übernachten.
Mo. 13.05.02: Nochmals fahren wir in dieselbe Region um eventuell nochmals
Aras zu finden. Wir haben Glück und sehen 8 Hyazinth Aras in einer
Palme sitzen. Ein wirklich herrlicher Anblick diese seltene Vogelart
in Freiheit zu beobachten. Ebenfalls sehen wir nochmals Gelb-blaue Aras.
Glücklich fahren wir zur selben Tankstelle zurück und sehen
unterwegs sogar noch einige Eulen.
Di. -Sa. 14.-18.05.02: Nun heisst es für uns in den nächsten
Tagen südwärts zu fahren, denn wir möchten noch zu den
Iguazu Wasserfällen. Wir wollen etwas gemütlich fahren, denn
es genügt wenn viele Brasilianer wie angehende Rennfahrer sich
auf der Strasse benehmen. Ebenfalls sind immer viele Lastwagen unterwegs,
welche oftmals sehr nahe aufschliessen. Diese lassen wir jeweils lieber
überholen, denn es ist unangenehm, diese so nahe zu haben.
Am Donnerstagnachmittag beginnt sich das Wetter zu verschlechtern und
am Freitag beobachten wir starke Gewitter, werden jedoch nur wenig davon
betroffen. In der Nacht auf Samstag regnet es oft sehr stark. Bei teilweise
heftigem Regen fahren wir bis zur Stadt Foz do Iguazu, wo wir in einem
grossen Supermarkt wieder einmal richtig einkaufen koennen. Zur Uebernachtung
fahren wir etwas zurück, denn wir haben wieder eine gute Tankstelle
gefunden. Die sanitären Einrichtungen sind von den besten die wir
auf dieser gesamten Reise hatten.
So.19.05.02: Es regnet den ganzen Tag. Am Nachmittag möchten wir
trotzdem kurz in die Stadt fahren, können jedoch das Fahrzeug nicht
mehr starten. Unsere Batterie macht schlapp, doch mit Hilfe des Chefs
der Tankstelle können wir das Fahrzeug starten. Wir lassen den
Motor für einige Zeit laufen, um die Batterie zu laden.
Am späten Abend beginnt es orkanartig zu regnen und wir fahren
mit unserem Landy fluchtartig an einen geschützten Platz bei der
Tankstelle.
Mo.20.05.02: Gespannt sind wir heute, ob unser Landy anspringt -----
leider aber ist dies nicht der Fall und wir müssen eine neue Batterie
kaufen. Erneut hilft uns der Chef der Tankstelle und es wird uns eine
entsprechende Batterie direkt geliefert und montiert. Der einzige Vorteil
ist, dass wir bereits unter einem Dach stehen, denn es regnet immer
noch.
Die Wetteraussichten sind nun jedoch besser und wir hoffen, dass ab
Dienstag besseres Wetter herrscht.
Di.- Fr. 21.-24.05.02: Am Dienstagmorgen hat sich tatsächlich
die Wetterlage etwas beruhigt, doch der Himmel ist immer noch grau.
Es ist auch merklich kälter geworden. Am Nachmittag besuchen wir
den Staudamm von Itaipu, der grösste auf der Welt und sehr eindrücklich.
Nach einem kurzen Film, nehmen wir teil an einer Führung (mit Bus),
welche etwa eine Stunde dauert. Es ist ein riesiges Bauwerk, welches
25 % des Strombedarfs von Brasilien und 95 % des Bedarfs von Paraguay
deckt. Übrigens werden etwa 1100 Besucher täglich mit Bussen
rumgefahren, wir waren also nicht die Einzigen.
Den Mittwoch geniessen wir auf einem Campingplatz, wo wir auch die
Zeit nutzen, unser Fahrzeug wieder etwas vom angefallenen Dreck zu befreien.
Am Donnerstag besuchen wir die Fälle auf der argentinischen Seite,
mit einer organisierten Fahrt mit Bus. So ist es für uns einfacher,
und der Grenzübertritt ist problemlos. Auf der argentinischen Seite
befindet man sich oberhalb der Fälle und hat so einen ganz anderen
Einblick als von der brasilianischen Seite her. Wir haben Glück
mit dem Wetter, denn es ist strahlender Sonnenschein. Die Grösse
und Wassermenge dieser Fälle ist wirklich beeindruckend und wir
können uns beinahe nicht satt sehen. Beim Eintrittspreis inbegriffen
wäre auch der Besuch der kleinen Insel San Martin. Der Wasserstand
ist jedoch zu hoch um mit dem Boot hinzufahren. Nach der Besichtigung
der Fälle fahren wir noch auf der argentinischen Seite zum Dreiländereck,
d.h. die Grenze zu Paraguay und Brasilien.
Am Freitag fahren wir mit unserem Fahrzeug zum Parkeingang der Iguazu
Fälle auf der brasilianischen Seite. Von dieser Seite hat man die
Panorama-Sicht auf die Fälle. Noch einmal geniessen wir bei sonnigem
Wetter dieses Naturwunder. Wir sind begeistert, denn für uns ist
es der krönende Abschluss einer wunderbaren Reise.
Wir übernachten wieder bei der Tankstelle.
Sa. - Mo. 25. -27.05.02: Wir haben gut geschlafen und stehen rechtzeitig
auf, denn nun heisst es etwas mehr als 700 km bis nach Paranagua zu
fahren. Wir haben schönes Wetter und die Strassenverhältnisse
sind gut. Die Landschaft ist recht hügelig und teilweise bewaldet.
Wiederum sind viele Lastwagen unterwegs. Nach etwa der Hälfte der
Distanz übernachten wir einmal mehr bei einer Tankstelle.
Am Sonntag fahren wir nahe zur Stadt Paranagua. In dieser Gegend gibt
es noch erstaunlich viel Urwald. Hier sowie am Strand geniessen wir
noch die letzten Tage vor der Abfahrt (31.05.02) unseres Schiffes. Zur
Übernachtung fahren wir auf einen Campingplatz. Hier haben wir
noch Gelegenheit, unseren Reisebericht fertig zu schreiben, um diesen
vor unserer Abreise auf die Homepage zu laden.
Damit geht unsere Reise dem Ende entgegen, nachdem wir 31'000 km auf
dem Kontinent zurückgelegt haben. Mit der An- und Rückfahrt
nach Hamburg ergibt es ein Total von 33'000 km. Wir sind glücklich
und danken Gott, dass wir diese Reise ohne Unfall und Krankheit erleben
durften. Einige Male haben wir grosses Glück gehabt und sind mit
"leichten Kratzern" davongekommen. Viele herrliche Eindrücke
und unvergessliche Erlebnisse werden in unserer Erinnerung bleiben.
Wir freuen uns aber auch auf zu Hause, auf ein Wiedersehen mit der
Familie und unseren Freunden.
Liebe Grüsse an alle Freunde und Verwandten
Max - Doris