Reisebericht 7. Teil vom 24.02. -
15.03.2002
So. 24.02.02: Wir haben den Urwald richtig genossen, das einzig negative
waren die lästigen Moskitos. Wir alle sind nach diesen 4 Tagen
Aufenthalt im Calilegua Nationalpark teilweise massiv verstochen. Auch
gibt es Pflanzen, welche bei Berührung unangenehm sein können.
Zum Glück haben wir bereits etwas Urwalderfahrung.
Wir fahren heute ca. 140 km bis zur Stadt Jujuy, die letzte grössere
Stadt (80'000 E) im Nordwesten von Argentinien. Während der Fahrt
können wir feststellen, dass auch hier zum Glück noch einiges
Urwald vorhanden ist. Nach einem kurzen Halt in der Stadt begeben wir
uns zum etwas ausserhalb gelegenen Campingplatz.
Mo. 25.02.02: Heute fahren wir mit dem öffentlichen Bus zur Stadt,
denn dies ist viel einfacher als mit den eigenen Fahrzeugen. Wir besuchen
unter anderem den Markt, 2 sehenswerte Kirchen und wieder einmal ein
Internet -Lokal. Am frühen Nachmittag fahren wir zurück zum
Campingplatz. Das Busfahren ist natürlich ein Erlebnis und die
Fahrer verhalten sich wie unentdeckte Rennfahrer. Sogar die Einheimischen
fühlen sich nicht so sicher und der Fahrgast vor uns bekreuzigt
sich, als der Fahrer rasant auf eine Haltestelle zufährt. Das Fahrzeug
wird auf das Letzte gefordert. Wir überstehen die 14 km lange Fahrt
jedoch ohne Probleme.
Zurueck auf dem Campingplatz wird die neue Reiseberichtseite vorbereitet.
Wir stellen nachtraeglich immer einige Druckfehler fest. So ist es ganz
klar, dass z.B die Mehrzahl von Kaktus nicht Kaktusse heisst, sondern
Kakteen, sorry! Nun, wir haben dies jetzt geändert.
Di. 26.02.02: Heute trennen wir uns von Sonja und Martin. Wir werden
uns am 15. März wieder treffen in Arica, der nördlichsten
Stadt von Chile. Geplant ist die gemeinsame Weiterreise für den
südlichen Teil von Peru. Ob wir nach Peru fahren oder Bolivien,
werden wir dann sehen. Sicher werden wir uns in den nächsten Tagen
wieder einmal begegnen, denn die Reiseroute ist ähnlich.
Wir fahren nördlich bis zum Städtchen Humahuaca. Immer wieder
ist die Landschaft sehr eindrücklich. Viele Sehenswürdigkeiten
gibt es da nicht mehr zu sehen, ausser jeweils die Kirchen. Wie im letzten
Bericht erwähnt, sind meistens die Dächer und teils auch Mobiliar
aus Kaktusholz.
Da wir wieder in höhere Regionen fahren, ziehen wir es vor, in
der Nähe von Humahuaca zu übernachten, denn der Ort liegt
etwa 3000 müM. Etwa 4 km ausserhalb vom Ort entdecken wir einen
idealen Übernachtungsplatz. Kaum haben wir unser Fahrzeug platziert
und die Wohnkabine geöffnet, ist der Raum voll mit hundert.....zig
Fliegen. Was nun, wie bringen wir diese wieder nach draussen. Völlig
hoffnungslos ohne Gift. So beschliessen wir, wieder zum Ort zurückzufahren,
um einen Spray zu kaufen. Selbstverständlich ist auch die Fahrerkabine
voll mit diesen Viechern. Im ersten Laden kaufen wir eine Dose Insektenspray,
welcher unverzüglich zuerst im Wohnraum angewendet wird. Wir fahren
im Ort auf einen Platz, welcher etwas abseits vom Zentrum liegt. Dort
angekommen wird auch die Fahrerkabine behandelt. Danach kommt der grosse
Test und siehe da, die Wirkung war enorm. Nach der Reinigung und guter
Durchlüftung gibt es Nachtessen.
Mi. 27.02.02: Wir haben gut geschlafen (ohne Fliegen und Mücken)
und wir möchten heute bis zum Nationalpark Laguna Pozuelo fahren.
Die Lagune ist grösser als der Zürichsee und liegt auf einer
Hochebene, 3700 müM. Die Lagune ist bekannt wegen den Flamingos,
denn mit Glück kann man alle 3 Arten sehen. Unterwegs beobachten
wir einige interessante Vogelarten und es gibt viele Lamas, sowie auch
einige Vicuñas zu sehen. Das Lama wurde von den Andenvölkern
als Haustier aus dem wilden Guanaco gezüchtet. Sehr hübsch
sind die jungen Lamas, wie Plüschtiere, und wir haben das Glück
ein Neugeborenes zu sehen. Das Vicuña ist die wilde Form des
Alpakas und wurde früher viel gejagt. Durch starke Schutzbestimmung
und auch Verbot des Verkaufes von Vicuñawolle konnte sich der
Bestand etwas erholen. Sie sind sehr scheu und auch selten zu sehen.
Gegen Abend begegnen uns Sonja und Martin, welche bereits den Tag bei
der Lagune verbracht haben und können uns dadurch auch einige Informationen
geben. Wir erreichen den Parkplatz bei der Lagune gegen 18 Uhr. Bis
zum See müssen wir etwa 800 m zu Fuss zurücklegen. Mit der
Kamera und dem Stativ macht die Höhe etwas Mühe. Es sind nur
wenige Flamingos, dafür eine grössere Zahl der Andengans zu
sehen. Doch die Tiere sind sehr scheu und weisen eine grosse Fluchtdistanz
auf. Da es sehr Gewitterhaft ist und auch spät am Abend, kehren
wir bald zu unserem Fahrzeug zurück. Wir übernachten auf dem
Platz und geniessen wieder eine prächtige Licht (Blitz) -Show.
Es ist interessant, wie wir vom Regen verschont bleiben und es rund
um uns grosse Gewitterzonen hat.
Do. 28.02.02: Um 9 Uhr verlassen wir den Platz, doch die Beobachtung
einiger Kanincheneulen nimmt uns einige Zeit in Anspruch. Danach fahren
wir nun etwas zügiger zurück nach Humahuaca. Nach einem kurzen
Halt geht es weiter bis Purmamarca. Wir haben denselben Rückweg
gewählt, da die Strasse bis dahin geteert ist. Wir hätten
sonst die Ruta 40 (Naturstrasse) nehmen müssen, welche bis zum
Salar Grande etwas mehr als 100 km ist. Die Distanz der Verbindungsstrasse
von Purmamarca bis zum Salar Grande ist auf der Karte nicht eingetragen
und nach meiner Schätzung nur etwa 35 km Naturstrasse. Um 17 Uhr
sind wir in Purmamarca und denken, dass wir diese Distanz noch machen
und dann in der Nähe des Salars übernachten. Nun, wie es so
ist, es kommt ganz anders als man denkt. Wir fahren auf der recht gut
ausgebauten Naturstrasse in ein Tal und plötzlich beginnt ein rechter
Anstieg. Da war auch einmal eine Distanztafel mit der Angabe von über
60 km. In vielen Kehren fahren wir hoch und denken, etwas ist hier komisch,
mindestens nicht unserer Vorstellung entsprechend. Als Doris meint,
wir hätten bald die Passhöhe erreicht, behaupte ich, dass
die Fortsetzung auf der anderen Talseite auch dazugehört. Dies
ist auch so und es ist immer noch nicht die Passhöhe. Dank unserem
GPS haben wir immer die genaue Höhenangabe und schlussendlich erreichen
wir die Passhöhe auf sage und schreibe 4850 müM. Zuhause würde
man sagen: das ganze kurz vor Feierabend. Wir sind wirklich froh, dass
diese Naturstrasse sehr gut ausgebaut ist und die Höhe macht dem
Landy überhaupt keine Probleme. Wir fahren bis zum Salar (3400
müM.), welchen wir beim Eindunkeln erreichen. Wir fahren etwas
abseits von der Strasse zur Übernachtung. Wieder haben wir um uns
grosse Gewitter und es ist fantastisch die Blitze links und rechts vom
roten Sonnnenuntergang zu beobachten. Dies natürlich nur aus grösserer
und sicherer Entfernung.
Fr. 01.03.02: Am Morgen früh beginnt es zu regnen und etwas später
kommt ein Mann von einem einige hundert Meter entfernten Haus. Er fragt
uns, ob wir Hilfe brauchen, denn der Boden ist bereits nicht mehr so
gut zum fahren. Wir beruhigen ihn und erklären, dass es kein Problem
sein wird für unser Fahrzeug. Wir beeilen uns, möglichst schnell
wegzufahren. Der Untergrund ist bereits einwenig aufgeweicht und nicht
mehr so wie am Vorabend, aber effektiv kein Problem.
Nun, wir wollen heute nach Chile fahren und müssen daher die Anden
überqueren. Wir haben uns entschlossen, den kürzesten Weg
zu nehmen, denn wir sind der Meinung, nur noch möglichst wenig
Naturstrassen zu befahren. Es gibt hier 3 verschiedene Grenzübergänge,
wobei für die 2 nördlichen Übergänge die Grenzformalitäten
für Chile in dem Ort San Pedro de Atacama gemacht werden müssen.
Nach Beschreibung im Buch und Erfahrungen von Schweizern, welche dies
gemacht haben, können die Beamten recht unangenehm sein. Dies nehmen
wir aber in Kauf, denn die südlichste Route, welche Sonja und Martin
wählten, wäre mehr als 400 km länger auf Naturstrasse.
So nehmen wir den Paso de Jama, welcher mit 4280 m Höhe der höchste
Übergang ist. Dafür ist auf argentinischer Seite ein Teil
und auf der chilenischen Seite die Strasse geteert. Am frühen Nachmittag
erreichen wir den Paso de Jama. Da ist die Grenze zu Chile aber bis
zum Ort San Pedro de Atacama sind noch etwa 150 km zu fahren. In einem
unserer Bücher steht geschrieben, dass nun die Strasse gemächlich
nach unten geht bis nach San Pedro, welches auf 2400 m Höhe liegt.
Wieder können wir grosse Gewitterzonen beobachten. Wir geniessen
die leichte Talfahrt und der Wind bläst sehr stark. Plötzlich
denke ich, ob wir wirklich so starken Gegenwind haben, dass unser Landy
nicht mehr so spritzig fährt. Kontrolle der Höhe: 4400 m.
Von wegen gemächlicher Talfahrt, was soll das? Wir fahren den Berg
hoch und nicht runten. Wieder, völlig entgegen unserer Vorstellung
fahren wir schlussendlich etwa 40 - 50 km auf einer Hochebene von 4700
- 4850 müM. Auch auf dieser Höhe sind noch diverse Vogelarten
zu sehen und so können wir auch unter anderem den Puna Tinamou
schön beobachten.
Die letzten 30 km ist nun die Talfahrt, von 4800 m Höhe hinunter
auf 2400 m und dies alles geradeaus, ohne Kurven.. Rechne! Man realisiert,
dass dies ein starkes Gefälle ist. Wir merken dies auch nach einiger
Zeit am Geruch unserer Bremsen. Zur Entlastung der Bremsen fahren wir
etwa die Hälfte im 2. Gang. So erreichen wir um 17 Uhr den Ort
San Pedro mit dem Ziel, zuerst die Grenzformalitäten zu erledigen.
Wir sind die einzigen Personen im Moment und ein Beamter erklärt
uns die Reihenfolge der Büros. Der erste Beamte (Polizist) ist
noch beschäftigt mit Geschirr trocknen. Wir sind gespannt. Doch
bald gehts los. Schnell ist diese Formalität danach beendigt und
wir gehen zum nächsten Büro. Auch kein Problem und somit ist
nur noch die Fahrzeugkontrolle, betreffend Obst, Gemüse, etc. Zwei
Zwiebeln haben wir vorgesehen, dem Beamten anzugeben. Zu zweit kontrollieren
sie kurz das Fahrzeug und nehmen natürlich die Zwiebeln in Beschlag.
Sie schauen nicht weiter in die Kästchen und zum Schluss frägt
der eine, ob wir auch Honig dabei hätten. Natürlich haben
wir noch ein wenig. Dieser wird auch beschlagnahmt. Dann sind sie zufrieden
und meinen, dass wir ein schönes Fahrzeug hätten. Das ganze
hat nicht mehr als eine halbe Stunde gedauert, also problemlos.
Wir parkieren unser Fahrzeug und gehen kurz in den Ort um Brot und
eventuell Honig zu kaufen. Brot ist kein Problem, Honig dagegen schon,
weshalb wir der Meinung sind, dass der eine Beamte gerne Honig hat.
Hier in San Pedro gibt es 5 Campingplätze, davon 4 im Ort und
einer etwas ausserhalb. Bei 3 Plätzen kommen wir wegen unserer
Höhe nicht hinein, der vierte hat kein Platz und der ausserhalb
ist wegen Revision geschlossen. Wir finden aber ausserhalb des Ortes,
schön ruhig gelegen ein schönes Plätzchen bei einem schattigen
Baum.
Sa. - Mo. 02. - 04.03.02: Wir verbringen die Tage hier gemütlich
und machen am Samstagabend eine Fahrt in das nahegelegene Valle de la
Luna, eine eindrückliche Mondlandschaft. Man merkt, dass diese
Region sehr bekannt ist, denn es hat ziemlich Turisten hier und wir
begegnen auch einigen Schweizern. Am späteren Sonntagnachmittag
fahren wir zum Salar (Salzsee), wo auch Flamingos zu sehen sind. Der
Eintritt kostet pro Person Fr. 5.-- und eine kleine Gruppe Leute zahlen
vor uns den Eintritt. Dann haben die Wächter es offenbar eilig,
denn die Türe wird Doris vor der Nase zugemacht, d.h. für
uns demzufolge Gratiseintritt. So geniessen wir den Salar und versuchen
wieder unser Glück mit der Kamera. Später kommen noch einige
andere Turisten, jedoch von den Wächtern ist keine Spur mehr.
Am Montag fahren wir am Vormittag durch die Wüste von Atacama
nach Calama um zu tanken für unsere Weiterfahrt am Nachmittag zu
den Geysiren von El Tatio, welche etwa 150 km nordöstlich liegen.
Sie befinden sich auf einer Höhe von 4300 m und sind somit die
höchstgelegenen Geysire der Welt. Einmal mehr ist die Strasse dahin
alles Naturstrasse und die letzten 20 km ist wahrscheinlich eher als
Motocross-Strecke gedacht. Aber auch das schaffen wir und erreichen
die Geysire am späten Abend. Das Wetter ist nicht gut und es regnet
während des ganzen Abend. Natürlich ist kein Mensch hier,
denn die Turisten kommen erst am frühen Morgen mit Jeeps und Kleinbussen.
Die meisten kommen von San Pedro. Da die normale Route von dort sehr
schlecht ist, hat man uns geraten, über Calama zu fahren. Die Wege,
welche die Fahrer der organisierten Touren fahren, seien unmarkiert
und schwierig zu finden. Wir können uns das vorstellen, denn wir
hatten schon etwas Mühe, bei der "normal angeschriebenen"
Strasse.
Di. 05.03.02: Wir stehen sehr früh auf und noch bei Dunkelheit
kommen schon die ersten Fahrzeuge dahergefahren. Wir haben trotz der
Höhe, gut geschlafen. Nun heisst es vorerst warme Kleider anziehen,
denn es hat sehr abgekühlt und die Dachlucke ist mit einer Eisschicht
überzogen. Bald sind wir startklar. Wir machen die ersten Fotos
noch vom Schlafplatz aus, danach fahren wir ca. 300 m weiter, näher
zu den Geysiren. Die Fahrzeuge verteilen sich sehr gut und teilweise
verschwinden sie hinter den Dampfschwaden der Geysire. Wir geniessen
den Sonnenaufgang in der eindrücklichen Landschaft, umgeben von
einigen schneebedeckten Vulkanen im Hintergrund. Aus den Löchern
sprudelt das heisse Wasser wie in einem Kochtopf, einmal höher
dann wieder tiefer. Sie sind aber lange nicht so aktiv, wie man dies
von den Geysiren im Yellowstone Park in Amerika kennt. Natürlich
essen wir hier gemütlich unser Frühstück, bevor wir wieder
zurück nach Calama fahren.Gegen Mittag erreichen wir Calama und
machen vorerst noch kleine Einkäufe, danach fahren wir auf den
Campingplatz.
Mi. 06.03.02: Wir haben gut geschlafen und fahren rechtzeitig nach
Chuquicamata, wo die grösste Kupfermine der Welt ist. Um 10 Uhr
beginnt eine Führung, welche etwa 2 1/2 Stunden dauert. Die Produktion
ist zur Zeit etwa 630'000 Tonnen pro Jahr. Die eine Grube, aus welcher
Gestein gefördert wird, hat ein Länge von 4.2 km, eine Breite
von 3 km und eine Tiefe von 750 m. Das Gestein wir von unten mit riesigen
Lastwagen hochgefahren. Ein Lastwagen ist etwa 8 m breit und 7 m hoch,
wiegt etwa 240 t und fasst eine Ladung von ca. 350 t. Die ganze Anlage
ist sehr eindrücklich und sehenswert.
Am Nachmittag fahren wir weiter, zuerst westwärts bis zum Pazifik
und dann dem Meer entlang Richtung Nord, gegen Iquique. Die Strecke
ist landschaftlich trostlos, denn wir befinden uns immernoch im Gebiet
der Atacama Wüste, welche einige 100 km lang ist. Diese Wüste
ist die trockenste Region auf der Erde. Angeblich hat es Gebiete wo
es seit mehr als 40 Jahren nicht mehr regnete. Unterwegs sehen wir wieder
eine Tafel mit einer Höhenbeschränkung von 14 m für Fahrzeuge,
d.h. ein Jumbo könnte noch durchfahren. Entlang der Strasse führen
bis zu 5 verschiedene Hochspannungs-Leitungen, d.h. man sieht hunderte
von Masten. Dies ist für die Stromversorgung der Kupfermine, welche
zum Betrieb etwa 700 Megawatt pro Stunde benötigt. (Das Zentrum
von Santiago könnte mit dieser Menge während mehr als einem
Monat versorgt werden).
An der Küste kommen wir zu einem schönen Vogelfels, wo Pelikane,
Maskentölpel und andere Meervogelarten zu beobachten sind. Der
Platz ist auch zur Übernachtung geeignet und mit einem schönen
Sonnenuntergang hinter grossen Wellen geht der Tag seinem Ende entgegen.
Do. 07.03.02: Die Brandung hat sich heute Morgen etwas gelegt und das
Licht ist auch besser um Video-Aufnahmen zu machen. Allerdings ist die
Distanz zu den Vögeln sehr gross. Gegen Mittag fahren wir weiter
bis zur Stadt Iquique (> 100'000 Einwohner), welche wir am frühen
Nachmittag erreichen. Da es hier wieder ein zollfreies Einkaufszentrum
hat, fahren wir zuerst dahin, um uns über Einkaufsmöglichkeiten
zu orientieren. Anschliessend, nach dem Einkauf von Lebensmitteln in
einem normalen Einkaufszentrum am Stadtrand lernen wir ein Kanadier
kennen, welcher neben uns mit seinem Camper parkiert. Er erklärt
uns, dass wir problemlos in der Nähe, das heisst auf einem Platz,
direkt am Strand übernachten könnten. Er sei da die letzten
2 Wochen gestanden und es sei ein ruhiger Platz. Wir entdecken aber
noch einen besseren Platz, welcher etwas weiter von der Strasse entfernt
ist. Doch bald bemerken wir, dass auf diesem Platz viele junge Leute
kommen und trinken und Lärm machen. So entschliessen wir uns, zum
anderen Platz zu fahren, wo der Kanadier bereits mit seinem Camper steht.
Kaum sind wir angekommen, sehen wir, wie die Polizei mit mehreren Fahrzeugen
auf dem vorherigen Platz die Leute kontrolliert. Offenbar wird da viel
getrunken und ev. mit Drogen gehandelt.
Fr. 08.03.02: Der Typ war gut, denn wir haben gut geschlafen und auf
diesem Platz ist tatsächlich Ruhe und das Rauschen des Meeres übertönt
den Strassenlärm.
Heute fahren wir zuerst zur Garage um das Motorenöl und die entsprechenden
Filter zu wechseln. Nach einigem Suchen finden wir auch das vorgeschriebene
Oel, welches jedoch auch sehr teuer ist. Anschliessend fahren wir zum
zollfreien Einkaufszentrum, wo wir nochmals einen neuen Pneu kaufen.
Nun haben wir hinten wiederum eine neue Bereifung und wir denken, dass
diese bis nach Hause problemlos halten sollte. Die zwei alten haben
wir nun als Ersatzreifen, welche noch relativ gut sind. Die vordere
Bereifung ist noch nicht schlecht und wir denken, dass diese die gesamte
Reise übersteht.
Den Rest des Tages verbringen wir wieder gemütlich auf demselben
Platz am Strand.
Sa. 09.03.02: Wir haben gut geschlafen, konnten jedoch beobachten,
dass auf dem anderen Platz wiederum Polizeikontrollen durchgeführt
wurden. Am Morgen gehen wir zum Zentrum um einzukaufen. Danach fahren
wir zurück und machen uns einen gemütlichen Tag.
So. 10.03.02: Heute fahren wir weiter nordwärts und besichtigen
zuerst den "El Gigante". Diese Geoglyphe wurde auf einen Hügel
mitten in der Wüste gemacht. Der Riese der Atacama Wüste,
ist angeblich mit 86 m Länge die grösste menschliche Figur,
die Archäologen bisher weltweit gefunden haben. Geoglyphen sind
Erdzeichnungen und wurden in den Jahren 1000 bis 1400 nChr. gemacht.
Wir essen hier auch noch unser Mittagessen und beobachten dabei einen
Mann, der diese Geoglyphen vom Hügel her beobachtet. Später
kommt er zu uns, er ist Australier und reist per Bus und Autostopp um
die Welt. Wir nehmen ihn bis zur Hauptstrasse mit, da er wieder zurück
nach Iquique will.
Die Fahrt geht weiter, alles durch Wüste. Am späteren Nachmittag
erreichen wir den Strand von Arica. Auf der südlichen Seite hat
es felsige Badestrände. Sehr weit kann man allerdings nicht fahren,
da das Gebiet immer felsiger wird. Wir fahren etwas dem Strand entlang,
als plötzlich vom Felshang ein Steinbrocken geflogen kommt, (Durchmesser
ca.15cm), vom Boden aufspringt und in unser Fahrzeugdach und Alkovonboden
ein Loch schägt. Wir hatten riesiges Glück, dass er nicht
unsere Frontscheibe zertrümmerte. Offenbar ist diese kurze Strecke
sehr gefährdet durch Steinschlag. Kurz danach kehren wir um und
fahren zum Aussichtspunkt, einem Hügel am Stadtrand. Zur Übernachtung
kehren wir zurück zum Strand und geniessen den herrlichen Sonnenuntergang
und die hohen Wellen des Meeres.
Mo. 11.03.02: Wir haben gut geschlafen und der Strand ist menschenleer.
Dafür sind am felsigen Strand einige verschiedene Vögel zu
beobachten. Die Zeit wird noch genutzt um einige Aufnahmen zu machen.
Danach fahren wir in das Zentrum der Stadt und schlendern einwenig durch
die Strassen. Arica, wie auch Iquique sind moderne saubere Städte.
Am frühen Nachmittag fahren wir weiter, landeinwärts ins Gebirge
zum Nationalpark Lauca, welcher nahe zur bolivianischen Grenze liegt.
Der Park umfasst eine Fläche von 138'000 ha, in Höhenlagen
zwischen 3000 und 6300 Metern. Die Talsohle ist am Anfang sehr fruchtbar,
doch die Hügel sind wiederum kahl. Bald beginnt die Strasse zu
steigen und gegen Abend fahren wir etwas abseits der Strasse zur Übernachtung.
Wir befinden uns auf einer Höhe von 3200 m.
Di. 12.03.02: Wir fahren rechtzeitig weiter. Die Strasse ist stellenweise
stark beeinträchtigt durch Steinschlag, so liegt z.B. plötzlich
ein Felsbrocken von ca. 1 m3 Grösse mit weiteren grossen Steinen
mitten auf der Fahrbahn. Bald erreichen wir den abseits der Hauptstrasse
gelegenen Ort Putre, wo wir einwenig Vögel beobachten. Wir sehen
auch Traxfahrzeuge, welche die Strasse reinigen. Danach fahren wir weiter
in die Höhe und erreichen etwas später den Nationapark Lauca.
Die Vegetation ist grün, mit hochmoorähnlichen Flächen.
Im Bach neben der Strasse entdecken wir die Torrent Duck und natürlich
wird versucht, diese im Bild festzuhalten. Danach fahren wir weiter,
doch da wir eine Gewitterfront vor uns haben, machen wir auf einem Rastplatz
Halt und warten ab, ob wir weiterfahren sollen. Nach einer Weile öffnet
sich der Himmel etwas und wir fahren noch bis zum Örtchen Parinacota
und parkieren unser Fahrzeug ausserhalb des Dorfes zur Übernachtung.
Die letzte Volkszählung hat ergeben, 50 Häuser und 15 Einwohner.
Wir befinden uns nun auf einer Höhe von 4450 Metern. Vor uns liegen
die beiden Vulkane Parinacota (6342 m) und Guallatin (6071 m). Kurz
zuvor waren sie noch von den Wolken verdeckt. Auf der gegenüberliegenden
Seite beobachten wir den Sonnenuntergang und die schöne Färbung
der Wolken. Plötzlich ändert sich die Farbe der Vulkane und
der Schnee wird rosa. Wir erleben ein traumhaftes Farbenschauspiel wie
wir es noch nie gesehen haben. Als wir ins Bett gehen, naht ein Gewitter.
Es regnet nur leicht und zieht an uns vorbei.
Mi. 13.03.02: Wir haben nicht gut geschlafen, offenbar machte uns die
Höhe diesmal etwas Mühe. Am frühen Morgen ist das Wetter
noch gut und wir fahren weiter zum Lago Chungara, 2100 ha gross, welcher
angeblich der höchstgelegene See der Erde ist . Er liegt auf einer
Höhe von 4570 m. Nocheinmal sehen wir die Vulkane fast unverdeckt
von Wolken. Bald nimmt aber die Bewölkung zu und wir machen uns
auf den Rückweg nach Arica. Kurze Zeit später fahren uns Sonja
und Martin entgegen. Die Freude ist gross, dass wir einander wieder
bei guter Gesundheit treffen. Sie haben sich, infolge der teilweise
prekären Strassenverhältnisse, etwas Sorgen um uns gemacht.
Nachdem wir uns das wichtigste erzählt haben, fahren sie weiter
Richtung Vulkane und See und wir fahren weiter, bis zur Stelle, wo wir
die Torrent Duck beobachten konnten. Denn wir würden gerne noch
ein Männchen dieser schönen Vogelart sehen. Tatsächlich
entdecken wir eines, jedoch können wir keine Aufnahmen machen,
denn plötzlich ist es verschwunden. Wir sehen nochmals einige Weibchen,
jedoch keine Männchen mehr.
Danach fahren wir weiter abwärts und kommen bald in sehr dichten
Nebel. Zum Glück wurde die Strasse geräumt. Genau bei der
Stelle, wo der Felsbrocken gelegen hat, begegnet uns auf unserer Fahrspur
ein Lastwagen mit Anhänger, da wir aber langsam fahren, können
wir rechtzeitig bremsen. Wir fahren bis zur Übernachtungsstelle
vom Vortag, denn dieser liegt bereits unterhalb der Nebelgrenze.
Do. 14.03.02: Wir haben wieder besser geschlafen und machen uns rechtzeitig
auf den Weg. Gegen Mittag erreichen wir Arica. Wir gehen kurz in ein
Internet-Lokal und fahren anschliessend wieder zum Strand, wo wir am
Sonntagabend zur Übernachtung gestanden haben. Erstaunlicherweise
sind heute viel mehr Vögel zu beobachten. Am späteren Nachmittag
treffen auch Sonja und Martin ein. Wir geniessen die Wärme, jedoch
weht gegen Abend eine kühle Briese und wiederum erleben wir einen
schönen Sonnenuntergang.
Fr. 15.03.02: Nach einer angenehmen Nacht fahren Sonja und Martin rechtzeitig
in die Stadt. Auch wir fahren am frühen Nachmittag in die Stadt,
um den Reisebericht zu laden.
Liebe Grüsse an alle Freunde und Verwandten
Max - Doris - Sonja - Martin