Reisebericht 5. Teil vom 18.12.01
- 23.01.2002
Mo. 17.12.01 :Nach kurzem Einkauf und Besuch eines Internet-Lokals
fahren wir zum Gletscher Perito Moreno. Das Wetter ist regnerisch mit
einigen Aufhellungen. Es ist einmalig, diesen gewaltigen Gletscher zu
sehen. Der Gletscher wächst täglich im Zentrum ca. 2 m und
an der Abbruchstelle etwa 0,5 m pro Tag. Vom Aussichtpunkt her hat man
nicht den Einblick auf die ganze Abbruchfront des Gletschers, ist diese
doch etwa 5 km breit und durchschnittlich 60 m hoch. Heute bleiben wir
nicht so lange aber genau in dem Moment, wo wir zu unserem Fahrzeug
auf dem Parkplatz zurückkehren, hören wir das Donnern vom
Herabkrachen einer grossen Eismasse. Pech, aber was soll's? Wir fahren
etwa 8 km zurück zur Übernachtung auf den freien Campingplatz
im Nat.Park.
Di. 18.12.01: Heute schlafen wir etwas aus und anschliessend gehe ich
mit der Kamera auf Pirsch. Aber auch hier braucht man etwas Glück.
So sehe ich in einiger Entfernung einen Sittich (Austral Parakeet) sitzen
und versuche Aufnahmen zu machen. Kurz danach fliegt er weg. Da bemerke
ich, dass zwei Sittiche sehr nahe neben mir seit längerer Zeit
auf einem Ast sitzen. Für eine Aufnahme muss ich aber etwas die
Kamera verschieben und das passt diesen offenbar nicht ganz und fliegen
davon.
Später fahren wir nochmals zum Gletscher. Wir haben heute mehr
Glück und können einige grössere Abbrüche beobachten.
Es ist schwierig vom Eisabbruch Aufnahmen zu machen, da man nicht zum
voraus sieht, wann und wo Eismassen abbrechen. Nach einer Weile kommen
Aufseher der Parkverwaltung und erklären, dass ich eine Bewilligung
brauche, um mit meiner Ausrüstung zu filmen. Wir erklären
ihnen, dass dies nicht für TV oder profensionell sei. Etwas verunsichert
ziehen sie wieder davon. Nach einigen Stunden Beobachtung des Gletschers
fahren wir wieder zurück zum freien Campingplatz .
Mi. 19.12.01: Bevor wir nach Calafate zurückfahren, versuche ich
nochmals Vögel vor die Kamera zu bekommen. Auf der Rückfahrt
nach Calafate sehen wir etwas ausserhalb des Nationalparks eine grössere
Zahl Kondore in der Luft. Der Kondor erreicht eine Länge von 1,20m
und eine Flügelspannweite von ca. 3m und gehört zu der Familie
der Geier. Diese grossen Vögel sind einfach immer wieder faszinierend.
In grosser Entfernung setzen sich einige auf den Boden, offenbar in
der Nähe eines toten Schafes. Ich versuche mit der Kamera in ihre
Nähe zu kommen. Es bleibt aber nur beim Versuch, denn es zeigt
sich schnell, dass diese recht scheu sind. Erstaunlich ist, wie innerhalb
weniger Minuten kein Kondor mehr in dieser offenen Landschaft zu sehen
ist. So fahren wir nach einiger Zeit nach Calafate zum Campingplatz.
Do. 20.12.01: Bevor wir heute nach Süden fahren, versuchen wir
noch unser Glück mit der Kamera an der Lagune von Calafate, ein
Naturschutzgebiet mit kleinem See, an welchem verschiedene Wasservögel
zu sehen sind. Aufnahmen mit dem grossen Teleobjektiv sind sehr problematisch
wegen dem starken Wind. Wir meinen aber, dass nicht immer alles mit
der Kamera festgehalten werden muss.
Gegen zehn Uhr fahren wir weiter. Unser nächstes Ziel ist Ushuaia,
die südlichste Stadt der Welt. Der Wind bläst gewaltig. Glücklicherweise
haben wir Richtung Osten vorwiegend Rückenwind, was unserem Dieselverbrauch
etwas entgegenkommt. Kurz vor der Grenze nach Chile finden wir einen
Uebernachtungsplatz in einer Kiesgrube, ein windgeschützer Ort.
Fr. 21.12.01: Wir fahren um halbacht Uhr weiter, denn wir müssen
zweimal über die Landesgrenze, was immer einige Zeit beansprucht.
Um Feuerland zu erreichen, müssen wir eine Fähre benützen
und da vor Weihnachten viel Verkehr ist möchten wir rechtzeitig
dort sein. Wir haben auch Glück, denn 10 Min. nach unserer Ankunft
fährt sie schon. Auf der Ueberfahrt können wir herrlich Delfine
beobachten. Nach unserer Weiterfahrt südwärts finden wir nach
langer Suche einen windgeschützten Uebernachtungsplatz im kleinen
Ort Tolhuin (Kaiken).
Sa.22.12.01: Einmal mehr fahren wir zuerst wieder Naturstrasse, die
teilweise sehr steinige ist. Wir haben langsam Angst vor Steinschlägen,
welche durch entgegenkommende Fahrzeuge unsere Windschutzscheiben zertrümmern
könnten. Tatsächlich nimmt der grössere Teil der Automobilisten
keine Rücksicht diesbezüglich und fahren mit vollem Tempo
an uns vorbei. Hier in diesen Regionen fahren auch viele mit vergitterten
Windschutzscheiben und haben nur einen kleinen Sichtbereich offen. Eine
Zeitlang fährt ein grosser Lastwagen vor uns und wir haben beinahe
keine Möglichkeit, diesen zu überholen, da er eine grosse
Staubwolke nach sich zieht und wir wie eine Nebelwand vor uns haben.
Zum Glück haben wir unsere Funkgeräte dabei, so klönnen
wir uns gegenseitig informieren, wann die Gelegenheit günstig ist.
Gegen Abend erreichen wir Ushuaia und wir fahren zuerst zum Einkauf
im Supermarkt. Danach spazieren wir in der Einkaufsstrasse der Stadt.
Erinnerungen an unseren Aufenthalt vor vier Jahren kommen auf und wir
entschliessen uns zum "Tenedor libre" in dasselbe Restaurant
zu gehen wie dazumal. Wir sind wieder begeistert von der grossen Auswahl
des Buffet. Alles inkl. Dessert für Fr. 18.-- pro Person. Es wird
spät und wir fahren zur Uebernachtung auf den freien Gemeinde-Stellplatz,
kurz vor dem Eingeng zum Nationalpark Tierra del Fuego.
So. 23.12.01: Heute nehmen wir es gemütlich und fahren nur eine
kurze Distanz bis in den Nationalpark zum Campingplatz am Lago Roca.
Mo. 24.12.01: Wenige Kilometer von uns entfernt ist ein anderer freier
Campingplatz, d.h. bei der Laguna Verde. Dies ist der Treffpunkt der
Fernreisenden. Schon von der Strasse aus sieht man die verschiedenen
Reisemobile. Die Deutschen mit den grösseren Fahrzeugen wie Unimog,
Mercedes, etc. Die Schweizer, vorwiegend jüngere Paare, mit Landrover,
Toyota, Puch und VW-Bus. Wir treffen auch wieder Barbera und Andy, ein
deutsches Paar, welches wir bereits beim Fitz Roy kennen lernten. Sie
sind bereits seit einigen Jahren unterwegs.
In der Nähe des Lagerfeuers wird eine grosse Tafelrunde erstellt
und das Nachtessen eingenommen. Wir sind natürlich die einzigen,
die ein Weihnachtsbäumchen dabei haben. Es wirkt sehr dekorativ
auf unserem Tisch. Ebenfalls haben wir drei verschiedene Weihnachts-CD's
mit dabei, so dass auch u.a. "Stille Nacht" von Mahalia Jackson
gesungen, die Anwesenden in weihnachtliche Stimmung versetzt.
Di. 25.12.01: Der Weihnachtstag wird genutzt um gegenseitig Erfahrungen
auszutauschen. Es ist auch sehr interessant andere Fahrzeuge und deren
Einrichtungen zu sehen. Dafür steht uns nun aber etwa eine Woche
zur Verfügung.
Mi. 26.12.01: Heute fahren wir in die Stadt, um für Ersatz oder
Reparatur des einen Stossdämpfers umzusehen. Da es keine zu kaufen
gibt wird uns schlussendlich geraten, diese von einem Fachmann reparieren
zu lassen. Am späten Abend erhalten wir diesen repariert zurück
und wir fahren bei Dunkelheit zurück zum Campingplatz.
Do. 27.12.01: Kurz nach dem wirklichen aufwachen kommt das grosse Erwachen.
Der Stossdämpfer ist wieder gebrochen. Deshalb sofort zurück
zur Werkstatt. Man glaubt es kaum, für mich ist jedoch klar, die
Schweissarbeit wurde vom "1. Lehrjahrstift" ausgeführt.
Nach kurzen Erklärungen unsererseits, wie es gemacht werden müsste,
wird uns versichert, diesmal eine "saubere Arbeit" zu liefern.
Erneut müssen wir bis am Abend auf den reparierten Stossdämpfer
warten und die Zeit in Stadtnähe verbringen. Wir nutzen die Zeit,
um einige Meervögel zu beobachten und zu filmen.
Am Abend wird der erneut reparierte Stossdämpfer präsentiert
und montiert. Nach meiner Meinung immer noch keine gewaltige Leistung
und mit grosser Skepsis begeben wir uns auf die Rückfahrt zum Campingplatz.
Auf der Rückfahrt berücksichtigen wir etwas mehr Geländefahrt
um den Stossdämpfer zu testen. Dieser hält diesmal, vorerst
einmal bis zum Campingplatz.
Fr. 28.12.01: Erneut fahren wir heute in die Stadt, da wir für
11.30 Uhr unseren Landy für den 20'000 km Service in der offiziellen
Land Rover Vertretung, zwei Tage zuvor, angemeldet haben. Freundlicherweise
erklärt man uns, dass sie heute keine Zeit hätten, da schon
einige Fahrzeuge in der Werkstatt stehen und nur ein Mechaniker hier
sei. Wir verlangen den Manager, bei dem wir den Termin vereinbarten.
Er sei im Moment nicht hier. Wir haben Glück, denn nach langem
Hin und Her kommt der Manager ins Geschäft und regelt die Sache.
Doch wird der Service nicht ganz vollständig gemacht, aber wir
haben ja Filter und diverses Ersatzmaterial bei uns.
Sa. - Mo. 29.- 31.12.01: Endlich geniessen wir die Zeit auf dem Platz
und der Umgebung. Wir nutzen die Gelegenheit für kleinere Spaziergänge,
Videoaufnahmen zu machen und zu plaudern..
Zur Silvester-Feier haben wir in der Stadt im Restaurant Kaupé
reserviert. Es liegt etwas erhöht und hat eine schöne Aussicht
auf den Canal Beagle. Auch hier haben wir bereits vor 4 Jahren den Silvesterabend
verbracht. Wiederum gibt es ein ausgezeichnetes 5-Gang Menü, welches
wir sehr geniessen. Zum Glück haben wir uns dafür entschieden,
in diesem Restaurant den Sylvester zu verbringen, denn es regnet stark
an diesem Abend und somit ist es auf dem Campingplatz nicht mehr so
gemütlich. Um 02.00 Uhr fahren wir zurück zum Campingplatz.

Ausschnitte aus dem Silvestermenü


Prosit Neujahr
Di.- Mi. 01. - 02.01.02: Wir verbringen zwei gemütliche Tage auf
dem Platz und nehmen uns nochmals Zeit für Naturbeobachtungen.
Do. 03.01.02: Heute Nachmittag beginnt unsere Rückreise nordwärts
und so fahren wir nach kurzem Einkauf in Ushuaia weiter bis in die Nähe
von Tolhuin. Nun beginnt wieder die Zeit für windgeschützte
Uebernachtungsplätze zu suchen, aber wie bis anhin, finden wir
immer etwas.
Fr. 04.01.02: Unsere Weiterfahrt führt uns über Rio Grande,
wo wir noch Oelfilter als Reserve kaufen. Danach geht die Fahrt nach
Chile. Die Grenzübertritte waren bis anhin absolut problemlos.
Wir fahren bis etwa 20 km vor Punta Arenas, wo wir einen guten freien
Campingplatz finden.
Sa. 05.01.02: Unser erstes Ziel heute ist der Kauf eines neuen Pneus
und wir schauen, ob auch Stossdämpfer zu bekommen sind. Hier in
Punta Arenas gibt es zollfreien Einkauf in der Zona Franca. Wir haben
Glück, denn wir finden den gleichen Typ Pneu in entsprechender
Grösse. Stossdämpfer finden wir keine geeigneten. Wir kaufen
auch noch einen kleinen Wagenheber, um bei einem weiteren Plattfuss
zuerst diesen anzusetzen. Der mitgeführte ist zu lang, und kann
bei einer Panne nur schwerlich angesetzt werden. Am Nachmittag fahren
wir in die Stadt um ein Geschäft ausfindig zu machen, wo wir eventuell
Stossdämpfer kaufen können. Wir finden eines, jedoch müsste
der selbe Typ in Santiago bestellt und eingeflogen werden. Die Bestellung
könnte aber erst am Montag erfolgen.
So. 06.01.02: Wir bleiben heute den ganzen Tag auf dem selben Stellplatz
und machen u.a. einige Kleinarbeiten am Auto.
Mo. 07.01.02: Heute fahren wir frühzeitig in die Stadt, betreffend
Kauf von neuen Stossdämpfern. Der gleiche Typ wäre in Santiago
zu haben, aber sehr teuer. Der Verkäufer schaut unser Fahrzeug
genau an und holt ein geeigneter Typ im Lager. Wir beschliessen diese
zu kaufen und gerade montieren zu lassen. Das ganze kostet weniger als
die Hälfte des anderen Typs. Damit hoffen wir, die Geschichte mit
den Stossdämpfern zu beenden. Wir beschliessen deshalb auch weiterzufahren
um die Pinguinera , etwa 70 km ausserhalb der Stadt zu besuchen. Das
Wetter ist nicht schlecht, dennoch sind einige Gewitterzonen zu sehen.
Vorsorglicherweise nehmen wir Material mit, um unsere Kameras zu schützen.
Wir erwischen den idealen Zeitpunkt, denn kaum haben wir den Eintritt
bezahlt und sind einige hundert Meter weit marschiert, kommt ein heftiges
Gewitter. Wir werden richtig nass, aber sehen, dass es wieder besser
wird. Eine halbe Stunde später scheint die Sonne wieder und wir
geniessen nochmals die Magellan Pinguine. Einige Jungvögel haben
bereits eine ansehnliche Grösse.
Kurz nach Verlassen der Pinguinera sehen wir einige Nandus. Diese straussenähnlichen
Vögel sind nicht sehr häufig anzutreffen und teilweise sehr
scheu. Kurz nachher finden wir einen Übernachtungsplatz.
Di. 08.01.02: Heute wollen wir bis nach Puerto Natales fahren. Dies
ist der bekannte Ausgangspunkt für Fahrten zum Nationalpark Torres
del Paine. Während der ganzen Fahrt haben wir grösstenteils
sehr heftigen Seitenwind und unser Fahrzeug zeigt trotz starker Schräglage
den guten Charakter. Zur Uebernachtung stellen wir die Fahrzeuge in
einen "Innenhof - Campingplatz". Die Meinung etwas gegen den
Wind geschützt zu sein, erweist sich als falsch. Heftige Windböen
lassen kaum einen ruhigen Schlaf zu.
Mi. 09.01.02: Die Nacht war "kurz" und der Wind bläst
immer noch heftig. An der Meeresbucht machen wir vor unserer Weiterfahrt
noch Video-Aufnahmen von Enten, Kormoranen und Schwarzkopf-Schwänen.
Gegen Mittag fahren wir weiter zum Nationalpark Torres del Paine. Immer
noch ist teilweise heftiger Wind, aber wir finden zur Uebernachtung
einen windgeschützten Platz in freier Natur. Sehr nahe halten sich
Guanacos auf und es ist ein herrlicher Anblick, als am Abend eine grosse
Herde dieser Tiere vorbeizieht.
Wieder einmal ist "Grill-Zeit" und es gibt Cervelats zum
Nachtessen. Tatsächlich auch nicht schlecht hier in Chile.
Do. 10.01.02: Das Wetter ist nich überzeugend, weshalb wir beschliessen,
den ganzen Tag noch zu bleiben. Gegen Abend wird nochmals grilliert.
Nun ist der zweite Versuch "Pizza vom Grill" angesagt. Inzwischen
haben wir das Teigrezept und wir sind noch lernfähig. Es ist ein
Riesenerfolg, schmeckt herrlich und ist sehr, sehr reichhaltig. Wir
sind uns einig, dass man so eine Pizza in der Schweiz selten bekommt.
Sebstverständlich trinken wir dazu einen guten Wein. Wir meinen
auch, es wird nicht unsere letzte Pizza auf dem Grill sein.
Fr. 11.01.02: Da das Wetter nun gut aussieht, fahren wir in den Park.
Wir möchten als erstes zum Lago Grey. Der See am Fusse eines grossen
Gletschers vermittelt mit seinen riesigen "Eisbergen" den
Eindruck, nicht weit weg von der Antarktis zu sein. Diesen Park besuchten
wir auch vor vier Jahren und es ist herrlich, nochmals diese Landschaft
zu geniessen.
Sa. 12.01.02: Sonja und Martin unternehmen eine längere Wanderung
und wir nehmen es etwas ruhiger. Nach einer kleinen Wanderung fahren
wir gemütlich Richtung Parkeingang. Zwischendurch versuche ich
mit der Kamera mein Glück, denn auf den kleinen Seen sind Taucher
und Enten zu sehen. Tatsächlich kann ich einige Szenen im Bild
festhalten.
Wir übernachten nahe am Parkeingang und haben einen schönen
Blick auf das Gebirge der Torres. Landschaftlich ist dieser Nationalpark
fantastisch.
So. - Mo.13.-14.01.02: Wir nehmen Abschied vom Nationalpark und fahren
nun wieder Richtung Argentinien. Kurz danach können wir nochmals
Guanacos, Kondore und eine Nandu-Familie schön beobachten. Einmal
mehr ist der Grenzübertritt problemlos und bald fahren wir auf
steiniger Piste Richtung Ostküste von Argentinien. Wir sind überrascht,
als wir auf dieser Route schon früher als erwartet auf Teerstrasse
kommen. Nach einer Übernachtung auf einem Campingplatz fahren wir
weiter bis nach Puerto Deseado. Der Ort ist bekannt wegen seinem Naturschutzgebiet,
ein Meeresarm wo Delfine und verschiedene Wasservögel zu beobachten
sind. Wir treffen auch Isabella und Dani wieder, welche wir in Ushuaia
kennen lernten. Für zwei Übernachtungen und drei Fahrzeuge
können wir auf einem Campingplatz einen speziellen Tarif aushandeln.
Unglaublich ist in Argentinien die Abfall-Entsorgung. Die Leute hier
kennen das Sammeln von Abfällen offenbar nicht so richtig, denn
vieles wird einfach weggeworfen. So sind an manchen Stellen massenweise
Scherben zu finden. In den Läden wird alles in Plastiksäcke
verbackt. Diese Säcke werden dann als Abfallsäcke benutzt
und der Abfall wird irgendwo deponiert, so dass nachher die ganze Landschaft
mit Plastiksäcken verziert ist. Man kennt das Problem auch von
südlichen Ländern in Europa.
Di.15.01.02: Heute Nachmittag machen wir gemeinsam einen 3-stündigen
Bootsausflug. Auch hier können wir einen guten Preis aushandeln.
Es lohnt sich, denn wir können Kormorane , Pinguine und Delfine
aus nächster Nähe sehen.
Mi. 16.01.02: Wir fahren heute zu dem etwa 70 km nördlich gelegenen
Cabo Blanco. Pelzrobben, verschiedene Kormorane und Möwen sind
hier zu sehen. Natürlich sind die Brutfelsen unzugänglich
jedoch trotzdem gut sichtbar. Es ist ein schönes Erlebnis, weit
weg von Zivilisation diese Arten zu beobachten.
Do. 17.01.02: Wir fahren heute nordwärts in die Nähe von
Commodoro Rivadavia um nochmals eine kleine Seelöwenkolonie zu
sehen. Allerdings lohnt es sich nicht, da nur wenige Tiere von grosser
Distanz zu sehen sind. Das Wetter ist sehr schön und richtig sommerlich.
Wir übernachten auf einem freien Platz, unmittelbar am Meer gelegen.
Die Wärme erlaubt es, zum erstenmal bei geöffneter Dachlucke
zu schlafen.
Fr. 18.01.02: Wir geniessen den Strand mit einem Morgenspaziergang.
Am Nachmittag fahren wir weiter landeinwärts in die Nähe von
Sarmiento, um den versteinerten Wald zu besuchen. Die Fahrt führt
uns durch die Pampa, vorbei an zahlreichen Oelbohrstellen. Die Region
von Commodoro Rivadavia ist bekannt wegen des Oelvorkommens. Die Förderung
deckt 30 % des Landesbedarfs ab.
Gegen Abend erreichen wir den versteinerten Wald, natürlich auch
ein Nationalpark. Diese versteinerten Bäume in einer fantastischen
Landschaft sind sehr interessant zu sehen. Unglaublich ist die Zahl
der "Spähne" und man hat das Gefühl, in einer Sägerei
zu sein. Die "Spähne" werden verursacht durch die grossen
Temperaturschwankungen von Tag und Nacht und offenbar entstehen immer
neue, d.h.die Stämme werden kleiner mit der Zeit.
Wir übernachten in freier Natur, windgeschützt von einer
Reihe Pappeln, und geniessen einmal mehr den herrlichen Abend mit schönem
Sonnenuntergang und leichtem, warmem Abendwind.
Sa. 19.01.02: Heute ist vorwiegend "Autofahren" angesagt,
denn wir möchten die Nähe von El Bolson erreichen. Das Wetter
ist gut und der Wind für einmal nicht so stark. Wir denken zurück,
als wir vor drei Monaten auch einen Teil dieser Strecke gefahren sind,
damals bei heftigem Gegenwind und eisiger Kälte in der Nacht. Die
Landschaft ist nun auch merklich grüner geworden. Am Abend erreichen
wir nach etwa 560 km Fahrt den Nationalpark "Lago Puelo",
wo wir auf einem Campingplatz, direkt am See übernachten.
So. 20.01.02: Das Wetter ist super und wir unternehmen am Vormittag
eine kleine Wanderung auf einen Aussichtspunkt sowie durch ein kleines
Waldgebiet mit einer interessanten Vegetation, welche etwas an Costa
Rica erinnert. Der Nachmittag wird genutz um am Reisebericht zu arbeiten,
dies erstmals im Badeanzug, im Schatten der Bäume auf unserem Platz.
Mo.- Mi. 21.-23.01.02: Wir fahren in die Region von San Carlos de Bariloche,
wo wir bereits vor drei Monaten waren. Es ist richtig sommerliches Wetter,
doch zwischendurch weht ein kühler Wind. Wir geniessen die Zeit
mit relaxen, lesen, Bericht schreiben, usw.
In den nächsten Tagen geht die Reise weiter und wir planen vorerst
den Norden von Argentinien zu bereisen. Wir hoffen, dass dies aufgrund
der politischen Probleme trotzdem gut geht, ansonsten werden wir wieder
nach Chile fahren.
23.01.2002: Liebe Grüsse an alle Freunde und Verwandten
Max - Doris - Sonja - Martin