Reise - Bericht aus dem südlichen Südamerika

September 2001 - Ende Mai 2002

von Doris + Max Roth, sowie Sonja + Martin Suter

Reisebericht 4. Teil vom 28.11. - 17.12.2001

Mi. 28.11.01: Wir haben nun einige schöne Tage auf Chiloé verbracht und fahren zurück nach Puerto Montt um noch heute Abend eine Fähre von P.Montt nach Chaiten zu buchen. Die Fahrt nimmt mehr Zeit in Anspruch als wir denken, doch wir schaffen es kurz vor Büroschluss im Hafengelände zu sein und buchen unsere Fähre.

Do. 29.11.01: Wir fahren zum Nationalpark Alerce Andino, machen eine Wanderung wobei bis zu 3000 Jahre alte Alercebäume zu sehen sind und erleben einen herrlichen Tag.

Fr. 30.11.01: Da am Abend unsere Fähre (22 Uhr) fährt, begeben wir uns noch einmal zur Stadt und machen uns einen gemütlichen Tag.

Eigentlich möchte ich nun nicht jedesmal ein Gedicht schreiben, aber eines hab ich noch. Das Erlebnis normal zu schreiben, so meine ich, ist viel komplizierter, deshalb folgt hier:

Das Lied von der Fähre (in mehreren Katastrophen, frei gedichtet aber wahr)

  1. Fährt man mal nach Süden in Chile
weit ab von Städten in das Juhee.
Da braucht man, s' ist keine Mähre,
irgendwann mal eine Fähre.
Von denen gibt es aber wirklich viel,
aber was ist unser nächstes Ziel?
Besser als noch lange zu studieren
lassen wir uns gerne informieren.

3. Nun gebucht ist wirklich schnell,
das funktioniert hier sensationell.
Am Freitag fährt sie, nachts um Zehn
ob dies dann stimmt, wir werden sehn.
Wann müssen wir im Hafen sein?
Um sechs Uhr, so ist es allgemein.
Stellt eure Fahrzeuge da hinten irgendwo,
meldet euch danach bei mir in dem Bureau.

5. Den Zweck dafür, man weiss dies nicht
doch wissen wir nun das Gesamtgewicht.
Wir parkieren, fragen dann nach Angela
doch wie es ja so ist, sie ist nicht da.
Ein Mann kommt dann daher geschlichen
und sagt, wir sind von der Liste gestrichen.
Doch er kennt die Computer-Kiste
und setzt uns wieder auf die Liste.

7. Es sei auch lange noch nicht zehn
von der Fähre sei auch nichts zu sehn.
Um zehn Uhr sei dann früh genug,
wir denken schon, ist dies Betrug.
Bis dann, was soll'n wir machen hier
so fahren wir in die Stadt zu einem Bier.
Zum drittenmal fahren wir in den Hafen rein
der Wächter denkt, die müssen verrückt sein.

9. Kaum angelegt, so denkt man dann
geht alles ruck zuck schnell voran.
Warum dass jetzt noch gar nichts geht
ein Tau der anderen Fähre ist im Weg.
Was ist jetzt los, da steht ein Wagen
mit der Batterie, schon ganz entladen.
Viel später kommt ein vier mal vier
schleppt ihn vom Deck dann bis zum Pier.

11. Plötzlich, ein Mann übers Areal so rennt
Als ob es weiter hinten brennt.
Aha, ein Baggerfahrer, der muss her
sonst geht hier leider gar nichts mehr.
Doch später ist dies auch geschafft
nun auf dem Deck eine Leere klafft.
Endlich geht es nun ans laden
wie funktioniert dies, wir uns fragen.

13. Nach vielen Laster, dazu noch mit Theater
wir haben bald schon einen Kater.
Der Platzchef hat uns doch noch gesehen
so dass auch wir die Kurve drehen.
Rückwärts runter, dann noch durchs Wasser
jetzt wird es ernst und immer krasser.
Die Laderampe nach oben ganz sehr steil
zuhause sagt man, das ist Mega Geil.

15. Die ganze Fahrt es rüttelt sehr
die Autos schaukeln hin und her.
Nach dreizehn Stunden Fahrt, statt zehn
und immer noch die Winde wehen,
fahren wir herunter von der Fähre, o jehminee
die Landy's voll gesalzen, weiss wie Schnee.
Später, am Fluss wir stehen für die Nacht
und waschen weg die weisse Pracht.

2. Es gibt nicht grosse Möglichkeiten,
denn viele fahren nur zu Sommerszeiten
daher muss man auch sehr früh buchen
ansonsten kommt man schnell ins fluchen.
Im Hafen bei der Navimag, so meinen wir
das sind die besten hier in dem Revier.
Wir buchen bei einer netten Dame,
dabei nennt sie auch noch ihr Name.

4. Freitag abends, um sechs Uhr da fahren wir
und meinen später reicht's noch für ein Bier.
Doch wir haben es nicht vergessen,
zuvor noch einmal Fisch zu essen.
Der Wachtmann an dem Eingangstor
der schaut uns an und sagt ohoo
mit dem Gefährt, ist's keine Frage
fährt mal nach drüben dort zur Waage.

6. Da steht nun eine grosse, schöne Fähre
doch man sagt, dass es nicht unsre wäre.
Dann meint er was wir jetzt schon wollen
um acht Uhr sollen wir wieder kommen.
Gut, es liegt nun in unserer Macht
und fahren in die Stadt bis acht.
Um acht Uhr fahren wir wieder vor
dasselbe Spiel wie schon zuvor.

8. Es ist zehn Uhr, wir glauben's nicht
am Horizont sieht man nun ein Licht.
S'ist unsere Fähre, man kann es sehen
dazu sehr starke Winde wehen.
Nun, wirklich ist es bald soweit
oder dauert's noch eine Ewigkeit?
Viele Fahrzeuge, wir sind hier nicht allein
doch unsere Fähre ist sehr, sehr klein.

10. Dann endlich sind die meisten runter
aber jetzt wird es noch etwas bunter.
Ein Tieflader mit Bagger steht noch oben
von Ferne sieht man Männer toben.
Nach langer Zeit, da fährt der Laster weg
der Bagger aber steht noch auf Deck.
Wie doch nur so die Zeit vergeht
wir sind beinahe durchgedreht.

12. Der erste Laster schon einmal dreht
und rückwärts dann zur Fähre fährt.
Dann plötzlich steht er einfach still
ich denk, der weiss nicht was er will.
Viel später, als ob es einfach wäre
er merkt's und fährt zur anderen Fähre.
Doch endlich, endlich jetzt geht los
die Spannung die ist riesig gross.

14. Rückwärts in die Lücke, ohne Licht
so einfach ist dies doch auch nicht.
Sonja, sie kommen auch mit ihrem Wagen
die Frauen zittern bis hin zum Magen.
Gemeinsam geh'n wir dann zu der Kabine
das Personal startet schon die Maschine.
Wir denken, gut ist es nun vorbei
mitten in der Nacht, so kurz vor zwei.

16. Danach gibt's Dinner, doch mit Verdruss
das Huhn ist schlecht, auch kein Genuss.
So essen wir nur den Kartoffelbrei
die Story, auch sie ist nun vorbei.
Endlich, müde gehen wir zur Ruh
und schliessen unsere Augen zu.
Dann, viel später in der Nacht,
hab ich die Verse ausgedacht.

 
Abfahrt von der Fähre
Gross-Reinigung der Fahrzeuge
Ochsenkarren

Seelandschaft

Camino Austral (aus Fahrzeug)

 

Es sei hier noch erwähnt, dass für Auf- und Ablad normalerweise eine bis eineinhalb Stunden benötigt wird. Da es bei uns nun so lange gedauert hat, ist natürlich in der Zwischenzeit der Wasserstand durch die Flut stark angestiegen. Für die Fahrzeuge nach uns (PW's) wurden Bretter gelegt, da es für diese sonst nicht möglich gewesen wäre, die Rampe hochzufahren.

So. 2.12.01: Bei herrlichem Sonnenschein unternehmen wir eine gemütliche Wanderung an den Fuss von zwei Gletschern. Man fühlt sich fast wie zuhause, nur mit einem auffallenden Unterschied, die Vegetation. Hier hat es riesige, rhabarberähnliche Pflanzen (Nalca genannt). Angeblich können die jüngeren Stiele auch gegessen werden. Die Blätter erreichen einen Durchmesser von 1.50 m. Am Bach versuchen wir etwas Gold zu waschen und da wir natürlich nicht richtig ausgerüstet sind, bleibt es wirklich bei einem Versuch, d.h. die Ausbeute ist null.

Mo. 3.12.01: Heute geht die Fahrt weiter auf dem Camino Austral, Richtung Süden. Wir haben eine Strecke von etwa 2000 km Naturstrasse vor uns, welche wir in den nächsten Tagen planen, zurückzulegen. Die Strasse ist nicht ganz ungefährlich, da diese teilweise sehr eng ist und auch ab und zu starke Neigungen aufweist. Die Strassen werden in gewissen Zeitabständen auch mit Trax-Fahrzeugen "geebnet". Wir haben schon auf einer kurzen Teilstrecke bei Puerto Montt dies erlebt. Wenn man dann das Pech hat, ist kilometerweise nur die eine Hälfte gemacht. Dann resultiert ein Erdwall mit Steinen mitten auf der Strasse, links und rechts teilweise steil abfallend. Fährt man in der Mitte, hat man Probleme mit den ganz grossen Steinbrocken, welche am Fahrwerk anschlagen. Fährt man links oder rechts, ist das Fahrgefühl stark verunsichert, wegen der Neigung.

Das Wetter hat sich auch verschlechtert und es regnet teilweise leicht. Es ist schade, denn die Landschaft hier wäre sehr schön. Gerne wären wir auch hier an den Fuss eines Gletschers gewandert, aber Regenwolken verdecken die Sicht. Die Strasse ist teilweise sehr eng, so dass zwei Fahrzeuge nicht aneinander vorbeikommen. An einem Meeresarm finden wir einen Schlafplatz. Wir können noch einige Delfine beobachten.

Di. 4.12.01: Die ganze Nacht hat es teilweise stark geregnet und wir beschliessen, da es immer noch regnet, heute nicht weiterzufahren. Es regnet bis am frühen Nachmittag. Wir hatten Glück, denn bei einer kurzen Besichtigung des Geländes entdecke ich ein offener Schacht, ca. 1 m vor dem rechten Vorderrad. Was soll dieser Schacht, mitten in der Wiese? Für das Fahrzeug weniger ein Problem, aber für uns selber nicht ungefährlich.

Mi. 5.12.01: Wir fahren heute morgen rechtzeitig weg, denn wir wollen bis zum nächsten grösseren Ort, Coyhaique. Das Wetter hat sich gebessert und wir fahren durch eine herrliche Landschaft. Immer wieder die verschiedenen Blumen am Strassenrand sind einfach unglaublich. An diesem Tag überwiegt die blaue Farbe der Blumen. Wir können dies teilweise in Bildern festhalten, doch für den herrlichen Duft gibt es dafür leider keine Möglichkeit. Gegen Abend fahren wir auf einen Campingplatz, kurz vor Coyhaique.

Do. 6.12.01: Der Campingplatz ist gut mit Bäumen gegen den Wind geschützt, denn es weht ein heftiger Wind während der Nacht. Der Wind ist meistens nicht so schlecht, denn dadurch ist dann auch recht sonnig. Heute möchten wir noch einkaufen, Wäsche waschen und in ein Internet-Lokal, denn die nächsten Einkaufsmöglichkeiten sind erst wieder im Ort Perito Moreno in Argentinien. Gegen Abend fahren wir wieder auf denselben Campingplatz.

Fr. 7.12.01: Wie meistens, wenn wir eine grössere Strecke fahren wollen, sind wir um halbneun Uhr abfahrbereit.Wir essen dann jeweils unser Frühstück zur Mittagszeit. Bei schönem Wetter fahren wir heute durch eine herrliche Landschaft. Es geht vorbei am Gebirge "Cerro Castillo" welches wegen den vielen Spitzen schlossähnlich aussieht und deshalb auch so benannt ist. Neben den vielen Vulkanen ist dies auch ein faszinierender Berg. Etwas später erreichen wir die Region des Lago General Carrera. So heisst der See auf der chilenischen Seite. Auf der argentinischen Seite heisst er Lago Buenos Aires, denn er ist grenzüberschreitend. Er hat eine Gesamtfläche von 2680 km2 und ist somit der zweitgrösste See in Südamerika.

Das Fahren über diese holprigen und teils sehr steinigen Naturstrassen macht etwas müde und wir finden rechtzeitig einen schönen Platz zur Übernachtung in einer Flussebene, direkt am Wasser. Zum Baden ist er kalt und nur für bereits abgehärtete.

Sa. 8.12.01: Die Weiterfahrt führt uns entlang dem See. So können wir nun praktisch während des ganzen Tages auf unserer linken Seite immer den See sehen. Die Landschaft, mit den von Gletschern überzogenen Berge ist fantastisch. Wir können nicht widerstehen und müssen immer wieder aus dem Fahrzeug steigen um zu fotografieren. Am späteren Nachmittag halten wir rechtzeitig Ausschau für einen geeigneten Übernachtungsplatz und finden einen, direkt am See gelegen. So haben wir wieder gute Bademöglichkeiten. Der See ist auch nicht so kalt.

So. 9.12.01: Heute schlafen wir wieder aus, denn wir wollen erst am Montag über die Grenze nach Argentinien fahren. Deshalb nehmen wir es gemütlich, da wir für die vorgesehene Distanz nur ca. 3 Stunden benötigen. Kaum erreichen wir die Pampa-Landschaft, beginnt auch der patagonische Wind heftig zu blasen. So wird es erneut ein Problem, bei der Suche eines möglichst windstillem Übernachtungsplatzes.Wir finden einen, ca. 10 km von Chile Chico entfernt in einer hochmoorähnlichen Landschaft. Einmal mehr fahren Sonja und Martin zu einer Erkundung des Platzes. Plötzlich sinkt ihr Landy im moorigen Gelände ab und bleibt hoffnungslos stecken. Wir beschliessen, sie mit unserem Fahrzeug und mit Bergegurten rauszuziehen. So fahren wir rückwärts in ihre Nähe, um die Gurte hinten an unserem Fahrzeug befestigen zu können. Es braucht zwei Anfahrten, um das Fahrzeug komplett zu bergen. Alles geht aber ohne Probleme und wir sind froh, dass wir solche Gurten dabei haben.

Die Landschaft und Vegetation hat sich bereits recht geändert und wir können einige interessante Vögel beobachten. Allgemein ist die Artenvielfalt nicht so gross in diesen südlichen Breitengraden.

Mo. 10.12.01: Wir fahren um halb neun ab und erreichen um 9 Uhr den Grenzposten von Chile. Nach wenigen Minuten Formalität können wir weiterfahren. Bis zur argentinischen Grenze sind ca. 8 km Strasse zu fahren. Auch am argentinischen Zoll geht es recht schnell und wir haben Glück, denn es kommen kurze Zeit nach uns eine gaze Gruppe von Turisten. Alles geht ohne Probleme und wir benötigen für beide Grenzstationen, inkl. Fahrt nur 45 Minuten. Weiter gehts, nun aber auf geteerter Strasse, entlang dem Lago Buenos Aires, wie er auf der argentinischen Seite heisst. Am Ende des Sees machen wir nochmals einen Stop auf einem Parkplatz und geniessen die Sicht in die chilenische Bergkette. Insgesamt sind wir nun etwa 260 km immer dem See entlang gefahren. Dabei waren nur die letzten 30 km geteerte Strasse. Kurz nach der Weiterfahrt erreichen wir den Ort Perito Moreno, wo wir unsere Fahrzeuge nochmals volltanken. Ebenfalls kaufen wir genügend Lebensmittel, da wir nun für einige Tage etwas abseits von der Zivilisation sein werden. Mit all den "Abstechern" die wir planen, erwarten uns in den nächsten Tagen etwa 1300-1400 km Naturstrasse bis nach Calafate.

Nach etwa 100 km Fahrt machen wir den ersten Abstecher (Hin- und Rückfahrt = 96 km) zu den Cueva de las Manos. Dabei handelt es sich um Felszeichnungen, wobei die ältesten ca. 9000 Jahre v. Chr. entstanden. Es sind die ältesten Felszeichnungen auf dem südamerikanischen Kontinent.

Während des genzen Tages hat nun der Wind sehr kräftig geblasen und wir haben etwas Mühe, in diesen vorwiegend Ebenen einen guten Schlafplatz zu finden. Es wird etwas spät aber dennoch essen wir mit Sonja und Martin einen geräucherten Lachs, welchen wir in Puerto Montt auf dem Fischmarkt gekauft haben. Mit einem chilenischen Sauvignon Blanc geniessen wir dieses Dinner sehr, mmmhhh..

Di. 11.12.01: Der Wind hat sich gelegt in der Nacht. Die Weiterfahrt geht nun richtig in die Pampa. Die Landschaft erinnert sehr an südliches Afrika, d.h. Namibia und Karoo. Wir machen wieder einen Abstecher, diesmal zum Nationalpark Perito Moreno. Der Park wurde 1937 gegründet mit einer Fläche von 105'000 ha. Die Anfahrt ist 90 km und die Strasse ist etwas vom schlimmsten, was wir bis jetzt erlebt haben. Gegen Abend erreichen wir das Zentrum der Parkverwaltung. Eine Angestellte informiert uns über die Fauna und Wandermöglichkeiten im Park. Zur Übernachtung gibt es nur zwei Möglichkeiten und wir entscheiden uns für denjenigen Platz am Lago Burmeister. Dies ist übrigens der erste Park, wo alles gratis ist und die Information auch gut ist. Der 16 km lange Weg ist nochmals "Off-Road" mässig und wir durchfahren einige Schlammlöcher. An den kleineren Seen können wir den chilenischen Flamingo, Gänse und verschiedene Enten beobachten.

Der Lago Burmeister ist einiges grösser und hat durch den Wind auch ein höherer Wellengang. Zum Baden ist er auch sehr kalt und nich sehr angenehm. Nach dem Nachtessen können wir noch einen Kondor sehr schön beobachten.

Mi. 12.12.01: Wir stehen rechtzeitig auf, denn wir fahren zurück um auf der anderen Seite des Parks eine Wanderung auf einen Berg zu machen, welcher angeblich eine gute Gelegenheit bieten soll, um Kondore zu beobachten. Die Fahrt durch das Gelände erinnert uns stark an eine Safari durch die Serengeti in Tansania. Natürlich ist der Hintergrund nicht derselbe und es fehlt das Wild aber die Landsachaft ist sehr beeindruckend.

Wir wandern zuerst über eine Ebene und anschliessend bis auf die erste grosse Anhöhe. Doris und ich geniessen diesen Bergkamm, während Sonja und Martin auf den Cerro Leon weitergehen. Wir haben Einblick in die Felswände, wo der Kondor brütet. Nach einer Weile fliegt plötzlich ein Kondor in unsere Richtung und dreht einige Kreise über uns. Absolut herrlich zu beobachten, wie sich dieser majestätische Vogel ohne einen Flügelschlag in eine unglaubliche Höhe segelt und teilweise in den Wolken verschwindet. Ohne weiteren Flügelschlag legt er auch grosse Distanzen zurück, so dass er nicht mehr zu sehen ist. Dann, plötzlich nach einer Weile ist er wieder da und dreht dieselbe Runde nochmals, wirklich fantastisch. Gerne würden wir noch etwas länger bleiben, aber es windet stark und das Wetter ist sehr unbeständig und wir spüren einige Regentropfen. Deshalb kehren wir wieder zum Auto zurück. Beim Auto angekommen, scheint schon wieder die Sonne und später können wir nochmals Kondore sehen, welche dem Bergkamm entlang fliegen.

Sonja und Martin kehren auch wieder zurück und etwas später fahren wir zum zweiten Übernachtungsplatz. Die Stellmöglichkeiten sind sehr schlecht und da es stark windet, entscheiden wir uns, zum anderen Platz am Lago Burmeister zurückzukehren.

Noch einmal geniessen wir hier die Stille, denn wir sind uns bewusst, dass wir an den zukünftigen Campingplätzen nicht mehr alleine sein werden.

Do. 13.12.01: Da wir heute gegen 500 km Strecke vor uns haben, sind wir um 07.30 Uhr startbereit. Auf dem letzten Teilstück zur Hauptstrasse stehen Sonja und Martin bei einem Fahrzeug, welches an zwei Rädern gleichzeitig eine Panne hat. Der Mann, alleine unterwegs, ist gleichzeitig mit uns beim Parkzentrum weggefahren. Sonja und Martin nehmen den Mann, wir das eine Rad mit uns bis zur Hauptstrasse. Doch nach kurzer Zeit ereilt uns dasselbe Schicksal und unser rechtes Hinterrad gibt den Geist auf. Sonja und Martin sind bereits knapp ausser der Reichweite unserer Funkgeräte, so dass sie uns nicht mehr hören können. Wir beginnen, mit dem Radwechsel, doch dies ist mit unserem Wagenheber nicht ganz einfach, infolge seiner Höhe. Leider können wir hinten unseren High-Jack nicht anwenden. Etwas später kehren Sonja und Martin mit dem Mann zurück. Zum Glück kommt noch ein anderes Fahrzeug vorbei und da diese sowieso nordwärts fahren, nehmen sie den Mann und das eine Rad mit.

Nach einer Weile ist das Reserverad montiert und alles wieder eingerichtet, so dass wir weiterfahren können. In unser defektes Rad hat sich ein Stein eingebohrt, so dass es nicht mehr reparierbar ist. Da es Richtung Süd lange Zeit keine Möglichkeiten für Radreparaturen gibt, sind wir froh, dass der andere Mann mit seinem Rad nordwärts mitgenommen wurde, wo nach ca. 30 km doch eine Servicestelle ist.

Unser Ziel ist Chaltén, in der Nähe des bekannten Fitz Roy Massives gelegen. Dieser Ort liegt wiederum etwa 100 km von der Hauptstrasse R40 entfernt. Auch diese Strasse ist in einem katastrophalen Zustand. Zum Glück ist es jetzt in diesen Breitengraden lange hell und wir erreichen Chaltén um 20.30 Uhr. Zur Übernachtung fahren wir auf einen gratis Campingplatz, sehr schön gelegen mit Sicht zu den Bergen.

Mit Schrecken stellen wir fest, dass der linke Stossdämpfer abgebrochen ist und dass auf der rechten Seite der Stabilisator herunterhängt, d.h. sich die Schraube gelöst hat und verloren ging. Auch das Profil des linken Hinterrades ist beinahe zerstört.

Auch Sonja und Martin stellen an ihrem Fahzeug fest, dass die hintere Bereifung in den vergangenen zwei Tagen erheblich gelitten hat. Für uns ist klar, dass wir diese Strecke von etwa 2000 km Naturstrasse nun dreimal gefahren sind, nämlich das erste, das einzige und das letzte Mal. Wichtig für uns ist, dass wir die Strecke bis jetzt ohne Unfall fahren konnten.

Fr. 14.12.01: Wir stehen rechtzeitig auf, um im Ort den Reifen und wenn möglich die anderen Probleme beheben zu lassen. In einer Blechhütte finden wir einen Mechaniker, welcher trotz schlechter Einrichtung alles reparieren kann. Der Stossdämpfer kann provisorisch repariert werden und wir werden uns in Ushuaia um Ersatz bemühen. Die ganze Reparatur dauert vier Stunden und kostet 20 Dollar. Den Stein von dem beschädigten Rad, kann ich unter Anwendung einiger Gewalt rausnehmen und behalte ihn als Souvenir. Dieser ist ähnlich wie eine grosse Pfeilspitze und messerscharf.

Anschliessend beginnen wir auf dem Campingplatz unser Material in den Stauräumen des Fahrzeugs teilweise anderst zu platzieren um die Hinterachse etwas zu entlasten. Tatsächlich ist unser Fahrzeug, wenn vollgeladen, Reservetank vollgetankt, usw., viel zu schwer. Zukünftig wird unser Reservetank nur wenn notwendig vollgetankt, d.h. etwa 30 - 40 Liter genügen, anstelle von 170 Litern. Ebenfalls kann beim Wasservorrat reduziert werden und mit einigen anderen Dingen erreichen wir eine Reduktion von 200 kg im Gesamtgewicht. Ebenfalls werden sämtliche Schrauben unter dem Fahrzeug, sowie an der Karrosserie kontrolliert und falls notwendig nachgezogen.

Sa. 15.12.01: Für uns heisst es heute etwas ausschlafen. Wir haben sehr Glück mit dem Wetter und Sonja und Martin gehen auf eine längere Wanderung. Wir schreiben Reisebericht, Tagebuch, Mail's usw. und machen am Nachmittag eine kleinere Wanderung zu einem Aussichtspunkt auf den Gletscher und die faszinierende Berglandschaft.

So. 16.12.01: Um neun Uhr nehmen wir die letzten 200 km Naturstrasse dieser Strecke nach El Calafate in Angriff, mit der Hoffnung, dass die Fahrzeuge dies nun gut überstehen. Wir sind sehr froh, nach 1200 km holpriger, löcheriger, steiniger, usw. Naturstrasse wieder auf einer geteerten Strasse, die letzten 30 km bis El Calafate, fahren zu können. Am frühen Nachmittag sind wir im Ort und kaufen zuerst einige Lebensmittel ein. Anschliessend schlendern wir etwas der Hauptstrasse entlang und geniessen wieder einmal ein Eiscreme. Wir fahren zur Übernachtung auf den gut besetzten Campingplatz am Ortsrand.

Wir wünschen allen schöne Weihnachten und alles Gute für das neue Jahr.

17. 12.2001: Liebe Grüsse an alle Freunde und Verwandten

Max - Doris - Sonja - Martin

Nalca-Stauden
Goldwaschen (Anfänger)
Panne

Blumenmeer

Cerro Castillo

Herrliche Landschaften
Libelle
Eidechse
Felszeichnungen
Green-backed Firecrown (Kolibri)
Chucao Tapaculo
Tawny-throated Dotterel
Spectacled Duck
Felsgebiet wo Kondore brüten
Aussicht von der selben Stelle wie oben, Cerro Leon
Reifenpanne
Unterwegs begegnen wir noch einem Stinktier
Fitz Roy und
Cerro Torre kurz nach Sonnenaufgang