Reise - Bericht aus dem südlichen Südamerika

September 2001 - Ende Mai 2002

von Doris + Max Roth, sowie Sonja + Martin Suter

Reisebericht 3. Teil vom 6.11. - 28.11.2001

Di. 6.11.01: Aufgrund des etwas hektischen Vorabends (wo sind sie geblieben?) und der längeren Fahrt, haben wir gut geschlafen. Trotz der Strassennähe war es erstaunlich ruhig. In der Nacht hat es teilweise leicht geregnet und es war recht kalt, aber heute morgen scheint die Sonne wieder und es wärmt das Auto richtig auf. Dies ist wichtig, denn bei grosser Kälte funktioniert unser Verdunklungsrollo am grossen Fenster nicht mehr.

Wir entscheiden uns, vorerst nordwärts in die Region Pucón, am Fusse des Vulkans Villarrica zu fahren. Die Route führt uns zuerst über die neu erstellte Autobahn, welche bis nach dem etwa 950 km entfernten Santiago geht.

Am frühen Nachmittag erreichen wir Pucón, ein echter Touristenort. Hier gibt es viele Restaurants, u.a. teilweise in Besitz von Schweizern oder Deutschen. In dieser Gegend haben sich viele deutsche Siedler Mitte des 19. Jahrhunderts niedergelassen. Wir fahren zum schönen, ganzjährig geöffneten Campingplatz im Ort. Dieser ist direkt neben dem Hotel Interlaken (Schweizer-Besitzer). Am Abend spazieren wir noch etwas im Ort und da wir noch im Restaurant Suiza feine Eiscreme entdecken, können wir natürlich nicht wiederstehen. So richtige Eiscreme-Cornet, wie wir sie aus früheren Zeiten kennen, eine Riesenportion für etwa Fr. 2.-- . Die Auswahl ist gross, mmmmhhh!!

Mi. 7.11.01: Das befahren trockener Naturstrassen wirbelt immer viel Staub auf, wovon ein Teil in unsere Fahrzeuge dringt. Sind sie dagegen feucht und schlammig, sehen unsere Fahrzeuge teilweise aus wie nach einem Rally. Da das Wetter gut ist, werden heute wieder unsere Landy's auf Vordermann gebracht. Zudem ist bei unserem Fahrzeug der Dieselfilter nicht dicht, weshalb wir mitten im Campinggelände den Filter demontieren und alles reinigen. Alles ist so richtig schwarz und dreckig. Keine Sorge, natürlich wird ein Behälter unterstellt, um den auslaufenden Diesel aufzufangen. Alles geht gut und schlussendlich stehen unsere Fahrzeuge wieder fast wie neu da. Ganz neu doch auch wieder nicht, denn vorallem bekommt unsere Wohnkabine ab und zu ein Kratzer ab von Ästen. Dies ist jedoch kaum zu verhindern, was soll's!

Am Nachmittag ist auch einkaufen, Internet-Cafe, Wäscherei, usw. auf dem Programm.

Do. 8.11.01: Heute stehen wir früh auf, denn wir wollen eine Wanderung zu den drei Seen im Nationalpark Huerquehue machen. In unserem Reiseführer steht, dass der Weg gemächlich von 700m auf 1300m Höhe führt und ca. 5 km lang ist. Die Anfahrtstrecke bis zum Parkeingang beträgt etwa 35 km. Mit Stöcken bewaffnet machen wir uns auf den Weg, denn vor 4 Jahren wurde Sonja und Martin hier von Hunden gebissen. Diesmal ist zwar kein Hund zu sehen, trotzdem können wir unsere Stöcke gut gebrauchen, denn der Weg ist alles andere als "gemächlich". Er ist teils sehr steil und recht schlammig und macht recht mühe. Einmal mehr merken wir uns, dass die Angaben in den Reiseführern meistens etwas überholungsbedürftig sind. Aber dennoch, die Mühe hat sich gelohnt, denn es ist eine sehr schöne Wanderung und an den Seen können wir uns jeweils etwas erholen. Gegen Abend, nach etwa siebeneinhalb Stunden erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt. Anschliessend fahren wir zurück nach Pucón und am späteren Abend gibt's noch Eiscreme und Kaffee, natürlich im Restaurant Suiza.

Fr. 9.11.01: Die Weiterfahrt führt uns über Villarrica, wo wir noch einkaufen, zum nördlich gelegenen Nationalpark Conguillio. Gegen Abend ziehen dunkle Wolken auf und es beginnt teilweise heftig zu regnen, sogar mit leichtem Hagel. Etwa 1 km vor dem Parkeingang parkieren wir zur Uebernachtung am Rande eines Lavafeldes des Vulkan's Llaima, in einem Baumbestand. Der Platz ist gut, etwas weg von der Strasse und windgeschützt. Der Regen hat etwas nachgelassen und bald nach dem Essen gehen wir zu Bett.

Sa.10.11.01: In der Nacht weht der Wind teilweise heftig und es regnet auch mit unterschiedlicher Intensität. So lässt's sich nicht gut schlafen, denn man hat immer etwas Angst, dass Aeste auf das Dach krachen könnten. Auch das prasseln von grossen Regentropfen auf das Dach geht nicht lautlos vorbei. Das tönt, wie wenn jemand das Dach in unterschiedlichen Intervallen abspritzen würde. Normalerweise bevorzugen wir, nicht unter Bäume zu stehen, denn da würde der Regen gleichmässig auf das Dach prasseln.

Wir beschliessen, da das Wetter schlecht ist, nicht weiterzufahren. Wir verbringen den Tag mit Tagebuch schreiben, spielen und planen der Weiterreise.

So. 11.11.01: 07.11 Uhr, da beginnt in der Schweiz und Deutschland die Fasnachtszeit. Wir nehmen dies recht locker, denn für uns ist der Blick aus dem Fenster wichtiger, um zu sehen wie das Wetter ist. Tatsächlich scheint dies wiederum die Wende zu sein, denn der Himmel lacht wieder. Deshalb wollen wir heute früh wegfahren, um diverse kleinere Spaziergänge im Nationalpark zu unternehmen. Die Fahrt geht über eine längere Strecke von Lavafeldern, dann wieder durch schmale Wege in Araukarienwäldern, alles am Fusse des Vulkans. Es soll einer der aktivsten Vulkane in Chile sein, hatte er doch im letzten Jahrhundert 22 Ausbrüche. Auf diesen Strassen beginnt für uns das richtige off-road fahren. Volle Konzentration ist gefragt. Dennoch versuchen wir die schöne Landschaft mit den Araukarien zu beachten. Mit drei kleineren Spaziergängen erleben wir die herrliche Landschaft, natürlich immer wieder mit Blick auf den verschneiten Vulkan. Zur Übernachtung schauen wir uns zuerst einmal die zwei offiziellen Campingplätze im Park an. Allgemein sind diese Plätze in den Nationalparks teuer, meist aber nicht richtig gepflegt und oft in einem desolaten Zustand. Da auch hier das Motto "fliessend und kalt Wasser" herrscht, übernachten wir bei einem "ehemaligen" Platz, direkt am See. Wir haben in unserem Fahrzeug wesentlich mehr Komfort. Martin und Sonja benutzen "cool" das erfrischende Seewasser als "Badewanne".

Mo. 12.11.01: Wir haben gut geschlafen und bei schönem Wetter fahren wir nochmals etwas nördlicher, in die Nähe des Vulkans Lonquimay. Den Ort Curacautin (etwa 20'000 Einwohner) erreichen wir gegen Mittag. Zum "lädele" gibts hier natürlich keine Möglichkeiten, deshalb fahren wir bald weiter. Etwas später fahren wir zu einer Hosteria mit Campingmöglichkeiten, welche vor etwa 4 Jahren von Thomas und Eva, einem Schweizerpaar aufgebaut wurde. Wir sind nicht die einzigen Gäste, denn in der Zwischenzeit hat es einen Bekanntheitsgrad bei Schweizer und deutschen Touristen. Wiederum verschlechtert sich das Wetter gegen Abend und es beginnt zu regnen. Da für Sonja und Martin die Kocherei bei Regen mühsam ist, beschliessen wir "auswärts" d.h. in der Hosteria zu essen. Ein 4-Gang-Menü, Kürbissuppe, Salat, Rösti mit Pilzrahmsauce und Fruchtcreme zum Dessert ist für uns eine willkommene Abwechslung. Da die Wetteraussichten schlecht sind, ist für uns klar, morgen auszuschlafen und einen weiteren Tag zu bleiben.

Di. 13.11.01: Der ganze Tag ist sehr regnerisch und am Nachmittag werden unsere Mail's vorbereitet, sowie weitere Computerarbeiten erledigt. Falls vorhanden, nutzen wir jeweils möglichst Stromquellen auf dem Campingplatz.

Apropos Energie; die "Innen- Batterien" haben sich wieder erholt und funktionieren gut. Bei guten Wetterbedingungen liefern unsere Solarzellen genügend Energie um den Kühlschrank, die Notebooks, sowie die Musikanlage in Betrieb zu haben. Ist aber länger schlechtes Wetter, muss doch der Energie etwas Sorge getragen werden, dies können wir jedoch mit der Ladezustands-Anzeige kontrollieren.

Mi. 14.11.01: Das Wetter hat gebessert und die Sonne lässt sich wieder etwas blicken. Deshalb wollen wir eine kleinere Rundfahrt machen, welche über einen Pass und später dann nahe an die argentinische Grenze führt. Zuerst fahren wir den Weg hinauf, welcher zum Krater Navidad des Vulkan's Lonquimay, welcher an Weihnachten 1988 seinen letzten Ausbruch hatte, führen soll. Plötzlich bemerken wir, dass der Weg total verschneit und nicht mehr zu sehen ist. Linke Seite starker Abhang, rechte Seite steiler Anstieg, was nun? Alles rückwärts fahren? ..... nein, mit 11 Ansätzen können wir unser Fahrzeug wenden. Um die Aussicht zu geniessen, steigen wir zu Fuss den Berg hoch über das Lavafeld, mit dem Motto, ein Schritt vorwärts, 2 Schritte zurück. Es lohnt sich, denn die Aussicht ist fantastisch. Die Sicht in das argentinische Andengebirge ist sehr schön.

Erstaunlich ist, dass hier mitten im Lavafeld, Heuschrecken (oder sind es Lava-(Schnee-) schrecken?) zu beobachten sind. Ebenfalls sind verschiedene wunderschöne, kleine Blumen zu sehen. Die Wassertropfen im Blattzentrum glitzern wunderschön in der Sonne wie Edelsteine.

Die Weiterfahrt führt uns über einen Pass auf guter Naturstrasse. Wieder in der Talebene erreichen wir eine schöne, neuerstellte Strasse, welche schlussendlich wieder zurück nach Curacautin führt. Sie führt aber auch zu einem Grenzübergang nach Argentinien. Das Zollhaus ist gutausgebaut, jedoch fahren offenbar sehr wenige über diesen Zoll. Im Reiseführer steht sogar, dass sich die Beamten die Zeit mit Tischtennis spielen vertreiben. Dafür, wenn dann jemand kommt, diesen aber sehr genau kontrollieren.

Gegen Abend verschlechtert sich das Wetter wieder und zur Uebernachtung finden wir einen Platz, etwas abseits der Strasse, direkt am Fluss. Kurze Zeit später kommt ein kleiner Jeep mit 4 Personen in Uniform. Einer steigt aus und wir ahnen schon schlechtes. Er fragt uns, ob bereits zuvor jemand in Uniform bei uns vorbeigekommen sei. Er fragt dann, woher wir kommen und erzählt, dass er auch schon in der Schweiz gewesen sei und meint, dass wir schöne Fahrzeuge hätten. Schlussendlich wünscht er uns eine gute Weiterreise und fährt wieder weg. Wir waren nun nicht sicher waren diese Personen Militär, Zoll oder Polizei. Nun es spielt keine Rolle, denn wir können nun unser Abendessen vorbereiten. Wiederum sind Wolken aufgezogen und es beginnt zu regnen.

Do. 15.11.01: Wir haben nicht schlecht geschlafen, dennoch werden wir mehrmals aufgeweckt durch den Strassenlärm, alles Militärfahrzeuge. Am Morgen war dann alles klar, denn kurz nach unserer Abfahrt fahren wir an einer grossen Militärunterkunft vorbei und ebenfalls standen auf der Strasse einige mit "Vollschmuck".

Da Sonja und Martin mit ihrem Landy meistens schneller sind als wir, fahren sie immer voraus und warten dann ab und zu, vorallem aber wenn es eine Abzweigung gibt. Bei einer solchen Warte-Aktion kommt plötzlich ein Mapuche Ehepaar aus einem Haus und bieten Holzlöffel zum Kauf an. Nach kurzer Zeit wird man sich einig und die Frau hat eine grosse Freude und sie macht die Haare noch etwas zurecht, als sie bemerkt, dass wir sie fotografieren.

Auf der Weiterfahrt nach Curacautin müssen wir nun durch den längsten Tunnel (4557m lang) von Südamerika. Geplant war dieser Tunnel als Eisenbahnverbindung zwischen Chile und Argentinien. Er wurde in den 30-er Jahren gebaut, jedoch nie in Betrieb genommen. Nun ist es eine einspurige Naturstrasse, mit einigen rechten Löchern in der Fahrbahn, diversen Wassereinbrüchen von der Decke und natürlich "stockfinster". Mittels Lichtsignale, Telefon und schlussendlich persönlicher Einweisung (für uns ohne Lichtsignal) können wir durchfahren. Höchstgeschwindigkeit ist 10 kmh angegeben, wir schaffen es jedoch einwenig schneller. Die Durchfahrt ist wirklich spannend und wir sind froh, wenn wir durch sind, wirklich ein Erlebnis. Etwas später fahren wir nochmals bei Thomas und Eva vorbei, um Brot und Konfitüre zu kaufen.

In Curacautin versuchen wir in einem mit Internet angeschriebenen Lokal zu "emailieren", doch es bleibt bei einem Versuch, denn der Compi scheint ein älteres Semester zu sein. Wir fahren weiter nördlich, zuerst in die Stadt Los Angeles (etwa 100'000 Einwohner) um in einem Supermercado einzukaufen. Teilweise ist es sehr mühsam, in solch grossen Städten ein Internet-Cafe zu finden, weshalb wir zur Stadt raus fahren, um den etwa 25 km weiter nördlichen Salto del Laja, den grössten Wasserfall in Chile, zu besuchen. Zuerst besichtigen wir den Wasserfall von der Strassenbrücke aus, welche einige hundert Meter davon entfernt ist. Danach suchen wir einen Campingplatz und haben Glück, denn wir können die Fahrzeuge direkt oberhalb des Falles und ca. 10 m weg vom Fluss hinstellen. Die Dusche ist auch wieder akzeptabel, da wir in einem Häuschen das Badezimmer benutzen können. Gegen Abend haben wir strahlend blauen Himmel und eine angenehme Wärme.

Fr. 16.11.01: Heute, nach etwas ausschlafen fahren wir weiter süd-westwärts. Die Landschaft in dieser Region ist einmalig und wir erleben so richtig den Frühling oder die vorsommerliche Zeit, denn auf den Wiesen und der Strasse entlang blühen Sträucher und Blumen in verschiedenen Farben, daher

Chilenischer Frühling:

Zuhaus beginnt schon bald die Winterszeit
doch hier in Chile ist es nun soweit
der Wald und Vulkane, bedeckt mit Schnee
und die wärmende Sonne, sie spiegeln im See.
Die Araukarienbäume ragen in den Himmel hinein
ihre Knospen leuchten im Sonnenschein.

Die Felder, die Wiesen und der Strassenrand
die Landschaft bringt uns beinah ausser Band
Blumen, Blumen, in den buntesten Farben
eine unglaubliche Zahl von verschiedenen Arten.
Bäume und Wälder sind mit von der Partie
in unsrer Heimat haben wir dies gesehen nie.

Entlang der Wege, auch wenn der Wind mal weht
und der Kondor über uns seine Kreise dreht
schöne Käfer, blau, rot oder grün und andere Tiere,
Vögel zwitschern und markieren Reviere
es ist herrlich hier die Natur zu erleben
der chilenische Frühling, so ist er eben!

 

Die Route führt uns über Angol, einer kleineren Stadt zum Nationalpark Nahuelbuta. Er wurde errichtet, um die letzten Araukarienbäume in dieser Region zu schützen. Die über 1000 Jahre alt werdenden Bäume haben meistens sehr gerade Stämme und ein resistentes Holz. Leider werden diese Bäume heute noch an verschiedenen Orten abgeholzt. In dieser Region wurden riesige Hügelzüge gerodet. Dafür wurden schnellwachsende Kiefermonokulturen angepflanzt, wo die Bäume bereits nach 20 Jahren gefällt werden. Es ist unglaublich, wieviele Lastwagen mit Holz beladen auf den Strassen fahren. Es hat auch zahlreiche holzverarbeitende Fabriken.

Nach Angol, ca. 200 müM, führt eine teilweise steile Naturstrasse auf ansehnliche 1100 m Höhe. Ab und zu ist sie eng, dazu hat sie noch einige Löcher und Gräben. Doris sitzt teilweise wie auf Nadeln. Ausweichen wenn andere Fahrzeuge kreuzen, ist ein Problem. Tatsächlich kommt uns in einer unübersichtlichen Kurve ein Kleinbus entgegen, aber wir haben Glück, denn beide Fahrzeuglenker reagieren richtig --- nichts passiert! Wir schnaufen etwas auf, als wir den "Campingplatz" des Parks erreichen. Da unser Fahrzeug nicht auf die eingerichteten Zeltplätze passt, entscheiden wir uns, auf dem Parkplatz unser Fahrzeug "an der Sonne" abzustellen. Es spielt keine Rolle, denn es hat so oder so praktisch keine Leute hier, denn auch hier in Chile hat die Saison noch nicht begonnen. Wir geniessen die letzten Sonnenstrahlen und eine sternenklare Nacht steht bevor.

Sa. 17.11.01: Gegen Morgen wird es sehr kalt. Als erstes heisst es, Dachluke auf und siehe da, wir haben eine Eisdecke auf dem Dach. Heute stehen wir früh auf, denn wir wollen eine Wanderung durch den Wald zum "Adlerfels" machen. Der heisst so, nicht weil es hier Adler hat, sondern weil die Aussicht ist wie von einem Adlerhorst. Er ist etwa 300 m höher , d.h. es ist eine gemütliche Wanderung. Einmal mehr geniessen wir den Wald mit seiner Vielfalt an Blumen, Eidechsen, Käfern und den zahlreichen Vogelspinnen dem Weg entlang. Noch nie sind wir so vielen Vogelspinnen begegnet wie hier. Wir wissen nicht, ist es nur eine oder mehrere Arten. Auf jeden Fall sind sie schön und natürlich werden sie auch fotografiert.

Gegen Mittag erreichen wir den "Adlerfels", welcher eine Formation von riesigen Felsbrocken ist. Wir kommen gerade noch zur rechten Zeit, denn eine aufkommende Bewölkung beginnt die Sicht auf die schneebedeckten Vulkane in der Ferne zu verdecken. Im Osten ist die Pazifikküste zu sehen. Die Aussicht ist fantastisch und wir machen längere Zeit Rast und geniessen die Sonne, so lange es geht. Zur Rückkehr nehmen wir einen anderen Weg. Gegen Abend verschwinden die Wolken wieder und wir gehen nach einem herrlichen Tag, bei erneut sternenklaren Himmel zu Bett.

So. 18.11.01: Wir haben wiederum Eisblumen auf der Dachlucke, aber trotz des schönen Wetters ist für uns heute Ausschlafen angesagt, denn Sonja u. Martin gehen alleine auf eine Wanderung. Wir möchten einmal die Zeit nutzen, ebenfall die Natur nahe zu erleben, dies jedoch durch die Optik der Foto, respektive der Videokamera. Und wie es ja so ist bei der Naturfotografie, man geniesst das was vor die Linse kommt. Wie auch jedem bekannt ist, braucht auch dies seine Zeit und einmal mehr ist es faszinierend Eidechsen, Spinnen und Käfer durch das Objektiv nahe zu sehen und im Bild festzuhalten. Wir geniessen den Tag in vollen Zügen und am Abend geniessen wir am Feuer mit Sonja und Martin einen "Schlummertrunk".

Mo. 19.11.01: Wir stehen heute früh auf, denn nun geht die Fahrt südwärts und wir möchten mindestens bis in die Region von Osorno fahren. Auf der Hauptroute der R5 kommt man recht gut voran, denn der grössere Teil ist bereits eine gut ausgebaute Autobahn. Man bezahlt auch eine Gebühr, wir begreifen aber das Zahlungssystem nicht genau, denn es gibt hier Auf- sowie Abfahrten ohne Zahlstellen. Begreifen oder nicht, ist unwichtig, interessant sind die vielen Ausfahrten (Naturstrassen) zu kleinen Orten, Häusern oder irgend wohin. Man sieht auch Kinder auf Leitplanken sitzend, welche Nüssli zum Verkauf anbieten. Das wäre etwas für unsere Autobahnpolizei! Die Autobahn wird aber auch zum spazieren und Fahrradfahren benutzt. Wir kommen heute gut voran und fahren ziemlich genau 500 km weit, unser längster Streckenabschnitt in Südamerika bis jetzt. Wir übernachten in Frutillar, einer kleinen Stadt am Lago Lanquihue auf einem Campingplatz, wobei die Parzellen schön mit Rosen abgegrenzt sind.

Di. 20.11.01: Einsetzen von Regen während der Nacht. Am Morgen regnet es immer noch und wir fahren etwas weiter nach Puerto Varas, der nächsten grösseren Stadt, südlich am See. Am Nachmittag lässt der Regen nach und wir nutzen die Zeit um etwas zu "lädele", für Internet und Kaffe mit Kuchen. Auch hier sind nicht die besten Möglichkeiten frei zu campieren, weshalb wir uns auf einen Platz, direkt am See niederlassen.

Mi. 21.11.01: Das Wetter ist gut und wir haben eine schöne Sicht auf den Vulkan Osorno, welcher auch, wie der Vulkan Villarrica eine sehr gleichmässige Kegelform hat. Wir nutzen die Gelegenheit machen eine Fahrt zum Nationalpark Vicente Pérez Rosales. Während dieser Fahrt sehen wir immer den Vulkan auf unserer linken Seite. Doch wir meinen, dass uns der Vulkan Villarrica besser gefällt. Da ist auch der Lagos Todos los Santos. Es ist sehr bekannt, denn von Puerto Varas werden Touren organisiert, eine Kombination von Bus- und Schiffsreise bis über die Grenze nach Bariloche in Argentinien. Das ganze ist sehr touristisch ausgebaut, weshalb wir auch nur für kurze Zeit am See verweilen. Es ziehen bald einige Wolken auf und beginnen die Sicht auf den Vulkan zu verdecken. Nach einem Spaziergang durch den Wald fahren wir bald wieder zurück zum selben Campingplatz.

Do. 22.11.01: In der Nacht setzt heftiger Wind ein und die starken Wellen des Sees tönen so laut, dass wir meinen, direkt am Meer zu sein. Am Morgen früh beginnt es sehr stark zu regnen darum schlafen wir aus. Am Nachmittag fahren wir bei strömendem Regen weiter nach Puerto Montt. Noch nie hat es auf der bisherigen Fahrt, den ganzen Tag so stark geregnet. Der Regen lässt gegen Abend nach und einmahl mehr beginnt die Suche nach einem Campingplatz, denn viele sind immer noch geschlossen. Wir finden schlussendlich einen akzeptablen und sind froh, dass wir uns nach dem regenreichen Tag aufwärmen können. Doris geht vor mir in die Wohnkabine und bevor ich nachfolgen kann, höre ich Aufschrei ---- das Bett ---- teilweise pflotschnass!!! -- Nein, nein, die Dachlucke war geschlossen, aber eben, durch solche Rumpelstrecken kann sich halt wirklich manche Schraube oder andere Dinge lockern. Was jetzt? Zum Glück stehen wir auf einem Campingplatz, welcher wieder an den einzelnen Plätzen ein 220 Volt Anschluss hat. Beinahe kein Problem, denn wir haben ja unsere Raumtrocknungsmaschine (Miniföhn) bei uns, welche nun erstmals richtig eingesetzt werden kann. Matratze halb raus, Leintuch aufhängen an der Dachlucken-Kurbel und mit Flammenschutzblech des Kochers (als Warmluftleitblech) kann losgelegt werden. Verbunden mit einigen Lockerungs- und Turnübungen auf dem Bett ist nach etwa 2 Stunden alles voll unter Kontrolle und ein Ziel ist, die Dachlucke baldmöglichst abzudichten.

Fr. 23.11.01: Wir haben gut geschlafen und heute wollen wir in der Stadt "lädele" und einige Dinge kaufen. Da hat es etliche Warenhäuser in respektabler Grösse und bereits bemerkt man auch, dass Weihnachten näher kommt. Zuerst besuchen wir den Fischmarkt und einige Souvenir-Shops in dessen Nähe. Im Fischmarkt hat es viele kleine Restaurants und wir beschliessen, in einem dieser engen Lokale (Bodenfläche = ca. 12 m2) zu essen. Zu dritt bestellen wir einen Seafood-Teller, Martin bestellt Seeforelle. Der Seafood-Teller ist nicht sehr billig, dafür auch nicht gross. Was soll's? Später meinen wir, dass dies wieder für eine gewisse Zeit unseren Bedarf stillt.

Das Wetter ist auch etwas "Aprilmässig" denn während des Essens beginnt es zu hageln. Am Nachmittag folgen weitere Hagelschauer und es regnet auch in der "horizontalen". Wir versuchen hier, Funkgeräte zu kaufen, da ja eines nicht funktioniert. Wir haben Glück und kaufen 2 Stück in der gleichen Art und überprüfen die Funktionstüchtigkeit noch im Laden, denn gebrannte Kinder fürchten das Feuer.

Sa. 24.11.01: Wir fahren früh am Morgen weiter südlich auf die Insel Chiloé. Chiloé ist eine grosse Insel, etwa halb so gross wie die Schweiz. Dazu gehören viele vorgelagerte kleine Inseln. Bekannt ist die Inselgruppe wegen den typischen Holzkirchen. Die Überfahrt mit der Fähre dauert etwa eine halbe Stunde. Kurz nach der Ankunft machen wir einen Mittagshalt. Wir entscheiden uns, zu einem Leuchtturm zu fahren, nordwestlich der Insel gelegen. Auf dem Weg dahin sind noch einige interessante Vogelarten zu sehen und wir nehmen uns Zeit, Videoaufnahmen zu machen. Im Laufe des Nachmittags erreichen wir das Areal von einigen Häusern mit dem Leuchtturm. Der Leuchtturm wird von drei Marine-Angestellten betrieben, welche hier mit ihren Familien wohnen. Wir werden freundlich empfangen und "Christian" zeigt uns die ganze Anlage und wie diese betrieben wird. Der Leuchtturm ist einer der drei wichtigsten von ganz Südamerika. Auf dem Meer ist das Licht aus einer Entfernung von 112 Kilometern sichtbar (natürlich nur bei gutem Wetter). Auf dem Turm, bei "frischer Brise" erzählt uns Christian über seine Laufbahn und Dienste als Turmwart, sowie diverse weitere Story's. Vielwissend, aber halb durchfroren kehren wir wieder zu unseren Fahrzeugen zurück. Wir haben uns vom Turm aus etwas umgeschaut, denn heute wollen wir frei campieren. Bereits kommen unsere neuen Funkgeräte zum Einsatz und wir finden einen schönen Platz direkt am Meer in aller Abgeschiedenheit.

So. 25.11.01: Wir stehen früh auf, denn wir wollen heute in einem kleineren Ort den Markt besichtigen, welcher jeweils nur am Sonntag von 10 - 13 Uhr ist. Das Wetter ist durchzogen, doch mehrheitlich sonnig. Chiloé und der Süden von Chile sind bekannt, wegen der hohen Niederschlagsmengen. Landschaftlich kommen Erinnerungen an Schottland oder Irland auf. Später besichtigen wir verschiedene Orte und deren Holzkirchen. Auch eine Besonderheit sind die Palafitos (Pfahlbauten).

25. - 28.11.01: Wir haben Glück mit dem Wetter und verbringen einige gemütliche Tage hier auf Chiloé.

 

28.11.2001: Viele Grüsse an alle unsere Freunde und Bekannten,

Max - Doris - Sonja - Martin

 

 

 
Vulkan Villarrica
Picnic im NP Huerquehue
Der Weg durchs Lavafeld
verschneiter Araukarienwald
Araukarien
Araukarien-Knospen
Salto de la Princesa
Der Schnee macht Schwierig-keiten, d.h.umkehren -- nicht so einfach!
Heuschrecke
Pflanze auf Lavafeld
Gute Aussicht auf unsere Landy's
Mapuche Frau
Salto del Laja
Überall gelbe, gut duftende Sträucher
Blumen am Wegrand
Eidechse
Vogelspinne
Herrliche Aussicht vom Adlerfels, im Hintergrund die Pazifikküste
Blumen - Idylle
Vulkan Osorno
Häuserzug in Kleinstadt
Kingfischer

Schmuckreiher

Auf dem Fischmarkt
Fahrt mit Fähre nach Chiloé
Holzkirche
Palafitos (Pfahlbauten)