Australien - Reisebricht August 2005 (01.09. - 30.09.2005)

Adelaide - Sydney

 
 
 

Reiseroute - Total bis 30.09.2005

Wir fahren in das bekannte Weingebiet von Australien, das Barossa Valley. Da zur Zeit regnerisches und windiges Wetter herrscht, ist der Besuch von verschiedenen Weinkellern ideal. Das Weinangebot ist enorm und wir degustieren einige gute "Tropfen". So decken wir uns auch für den Rest unserer Reise mit Wein ein.

Unser Weg führt uns weiter alles dem Murray River entlang, dem grössten Fluss Australiens. Auch in dieser Region gibt es riesige Weingebiete, sowie grosse Fruchtplantagen, vor allem Orangen. So können wir auch nach einer Weindegustation, eine Tasche mit Orangen füllen. Direkt vom Baum schmecken diese viel besser als bei uns zuhause. In Berry besuchen wir den grössten Weinkeller Australiens. Die Rebgüter sind riesig und wir fahren kilometerweise entlang von Rebstöcken. Dies zieht sich hin bis Renmark. wo wir die Grenze nach Victoria überqueren.

Im Barossa Valley
Weindegustation in der Elderton Kellerei Murray River

Südwärts gehts zum Grampians Nationalpark. Dieser Park ist recht gebirgig und sehr bewaldet. Er ist ideal zum wandern und bietet herrliche Panorama-Ausblicke.

In dieser südlichen Region sind die Känguruhs zahlreicher. Wir können diese bei rivalisierenden Kämpfen beobachten. Bei einer Wanderung erleben wir, wie ein junges Känguruh wahrscheinlich das erste Mal den Beutel seiner Mutter verlässt und die ersten Gehversuche unternimmt. Es ist gleich wie bei den meisten neugeborenen Säugetieren, dass auch dieses auf sehr wackligen Füssen steht. Übrigens kann ein Känguruh zwei Junge - eines im Beutel und ein dem Beutel entwachsenes - gleichzeitig säugen. Dabei ist bemerkens-wert, dass jede der beiden Zitzen in diesem Fall eine andere Milchsorte produziert. Während dieser Zeit kann sogar ein dritter Embryo im Mutterleib warten. Das gestoppte Wachstum setzt erst dann ein, wenn das Beuteljunge den Beutel verlassen hat.

The Grampians
Kämpfende Känguruhs Erste Gehversuche eines Jungen

Der Frühling zeigt uns viele Blumen am Strassenrand und entlang der Wanderwege, sogar Schneeglöcklein und Osterglocken. Ebenso beginnen die Vögel zu brüten und wir geniessen die vielfältige Natur. Als Vogelliebhaber erfreuen wir uns an den farbenprächtigen Papageien.

Frühling
Adelaide Rosella Crimson Rosella
Musk Lorikeet Long-billed Corella

Um den Koala zu sehen fahren wir zum Mt. Eccles Nationalpark. Der Mt. Eccles ist ein längst inaktives Vulkangebiet (vor ca. 20'000 Jahren aktiv) und ist mit verschiedenen Eukalyptus Arten bewaldet. Wir unternehmen eine Wanderung um den Kratersee und können tatsächlich mehrere Koalas beobachten. Diese sehen wirklich aus wie Kuschelbären, echt süss. Sie ernähren sich ausschliesslich von Eukalyptus-blättern und -knospen. Von rund 600 Eukalyptusarten kommen jedoch nur etwa 12 - 15 Arten als Nahrungsquelle in Frage. Nur am späten Nachmittag werden Koalas für etwa zwei Stunden aktiv. Die restliche Zeit verbringen sie vorallem mit schlafen.

Danach fahren wir bis zur Küste. Wir staunen, als auch bei unserem Übernachtungsplatz sich einige Koalas auf den umliegenden Bäumen aufhalten. Ein Weibchen sehen wir sogar mit einem Jungen.

Koala

Unser Weg führt alles der Küste entlang bis Warrnambool. Der Ort ist bekannt wegen der Wale, welche von Mai bis September kommen um die Jungen zu gebären. Wir haben Glück und können bei stürmischem Wetter ein Muttertier mit Jungem beobachten.

Hier im Süden ist das Wetter recht wechselhaft und einiges kälter. Wir fahren die Great Ocean Road, welche als eine der schönsten Küstenstrassen der Welt bekannt ist. Diese ist wirklich sehr beeindruckend mit den vielen vorgelagerten Felsformationen. Bekannt sind vorallem die "Zwölf Apostel". Der zweite Teil der Great Ocean Road führt vorwiegend durch Eukalyptus- und Regenwald.

Bilder entlang der Great Ocean Road
dto. (Zwölf Apostel)

Infolge Zeitmangel wollen wir nicht durch Melbourne fahren und nehmen daher die Fähre von Queenscliff nach Sorrento. Die Fahrt dauert ca. 40 Minuten.

Da das Wetter nicht unseren Vorstellungen entspricht, zieht es uns relativ schnell Richtung Sydney. Deshalb besuchen wir auch den Wilson Promontory Nationalpark nicht, welcher am südlichsten Zipfel Australiens liegt. So verlassen wir Victoria und erreichen die südlichen Badeorte von New South Wales mit ihren schönen Stränden.

Über eine kurvenreiche Bergstrasse machen wir einen Abstecher von ca. 80 km ins Landesinnere. Unser Ziel ist das Platypus Reserve in Bombala. Der Platypus (Schnabeltier) ist eine einzigartige Kreatur, mit dem Körper eines Otters und dem Schnabel ähnlich einer Ente. Diese Tiere sind nachtaktiv und sind am besten beim Einnachten und am frühen Morgen zu sehen. So sind wir rechtzeitig zum Sonnenuntergang am Gewässer und haben das Glück zwei Tiere zu beobachten. Diese tauchen jeweils nur für kurze Zeit auf und sind relativ schwierig zu sehen. Am andern Morgen stehen wir bereits schon um sechs Uhr wieder am Beobachtungsplatz und verweilen nochmals eine Stunde um diese zu sehen.

Anschliessend fahren wir zurück an die Küste und bemerken einmal mehr, dass die Ortsnamen recht verwirrend sein können, denn wir fahren von Bombala nach Pambula. Am Strand von Merimbula nehmen wir das Frühstück ein mit Sicht auf die Meeresbucht. Zu unserem Erstaunen entdecken wir plötzlich einen Wal recht nahe zum Ufer. Dieser verweilt sich dort für etwa zwei Stunden und zeigt sich immer wieder von allen Seiten.

Schöne Strände Southern Right Whale

Langsam wird das Wetter wieder besser und es regnet nur noch nachts. Trotz Sonnenschein weht immer ein kühler Wind.

Der Küste entlang hat es schöne Wälder, zum Teil auch Regenwald. Oftmals halten wir an, um zwischen-durch Vögel zu beobachten. Wir erreichen Pebbly Beach im Murramarang Nationalpark, ein richtiges Vogelparadies. Da flattern einem die Vögel nur so um die Ohren, im wahrsten Sinne des Wortes (siehe Fotos). Vorallem sind der Königspapagei, Pennantsittich und Gebirgslori zu sehen.

Königpapagei
Crimson Rosellas Keine Ruhe während des Frühstücks

Eines unserer letzten Ziele ist Canberra, die Hauptstadt Australiens. Hier wohnt das Schweizerpaar Franziska und Ruedi mit der kleinen Ann-Sophie, welche wir beim Ayers Rock kennengelernt haben. So benutzen wir die Einladung und verbringen zwei Tage bei ihnen. Wir geniessen das geheizte Haus und ein richtiges Bett, sowie das feine Essen vom Hobbykoch Ruedi. Mit den von ihnen zur Verfügung gestellten Fahrrädern erkunden wir Canberra. Zum Glück hat es alles Fahrradwege, da Doris seit über 20 Jahren nie mehr mit einem Fahrrad gefahren ist. Die Stadt ist sehr modern und bietet einige Sehenswürdigkeiten. Interessant ist auch durch das Quartier der verschiedenen Botschaften mit ihren speziellen Häusern zu fahren.

Anderntags macht Ruedi mit uns einen Ausflug in den nahegelegenen Namadgi Nationalpark, wo wir eine Buschwanderung auf einen Berg unternehmen. Die Aussicht ist faszinierend und belohnt den etwas mühsamen Aufstieg. Unterwegs begegnen wir einer grossen Zahl von Känguruhs.

Herzlichen Dank an Franziska und Ruedi für die grosszügige Gastfreundschaft.

Da das Wetter nun endlich wieder warm und frühlingshaft ist, verbringen wir die nächsten drei Tage in den Blue Mountains. Diese haben ihren Namen von den unzähligen Eukalyptusbäumen (blue gum trees), deren Harz ätherische Öle freisetzt, die sich dann bei warmer Luft verflüchtigen und einen bläulichen Dunst entwickeln. Diese Bergregion liegt nur ca. 70 km westlich von Sydney und hat eine Grösse von etwa 150 km2. Wir besuchen einige lohnenswerte Aussichtspunkte und unternehmen kleinere Wanderungen.

Canberra
Blue Mountains

Schlussendlich erreichen wir Sydney nach mehr als 24'000 km Fahrt durch Australien. Hier verbringen wir die letzten Tage unserer Reise, indem wir die Sehenswürdigkeiten der Stadt und näheren Umgebung erkunden. Als Abschluss gönnen wir uns ein feines Nachtessen in einem japanischen Restaurant am Quai mit herrlicher Aussicht auf das beleuchtete Opernhaus.

Ein derart erlebnisreiches halbes Jahr geht leider sehr schnell vorbei. Glaubt man anfangs noch, man habe viel Zeit, kommt schlussendlich plötzlich noch Eile auf, und so muss unter Umständen die Reiseroute sogar gekürzt werden. Wir sind sehr glücklich, dass wir diesen riesigen Kontinent, der so viel bietet, bereisen konnten.

Mit diesen Zeilen beenden wir unseren Reisebericht und freuen uns auf ein Wiedersehen.

Sydney Opera Harbour Bridge
by night