Australien - Reisebricht August 2005 ( 30.07. - 31.08.2005)

Cairns - Alice Springs - Adelaide

 
 
 

Reiseroute - Stand 31.08.2005

Wie im letzten Bericht erwähnt, feiern wir unseren vorverschobenen Nationalfeiertag bei Schweizern mitten im Regenwald. Als wir ankommen, brennt bereits ein riesiges Feuer, wo wir dann an ca. 3 m langen Stecken die Würste braten. Insgesamt sind etwa 30 Schweizer anwesend und es ist interessant mit diesen zu diskutieren und zu hören, was sie so alles machen in Australien. Vom Vogelzüchter, über Tierpräparator, Flugzeugbauer, Opal-Sucher bis zum Musiker sind anwesend. Es wird fein gegessen und getrunken, sowie viel geredet und dementsprechend wird es auch spät.

Nach einem gemütlichen Sonntag mit Besuch des Botanischen Gartens in Cairns, starten wir die Weiterfahrt am 1. August südwärts Richtung Zentral Australien. Die Strecke nach Townsville führt ca. 450 km der Küste entlang und wir kommen noch in den Genuss einiger regnerischen Tage in der tropischen Regenwald Zone. Die Leute erklären uns, dass es seit Jahren nie so geregnet hat zu dieser Jahreszeit.

Wir übernachten vielmals auf freien Stellplätzen und sind auch selten alleine. Die Australier sind sehr freundlich, sehr gesprächig und es vergeht praktisch kein Abend ohne dass ein Australier kommt um mit uns zu plaudern. Oft werden wir auch eingeladen mit ihnen am Feuer zu sitzen. Immer wieder werden die gleichen Fragen gestellt, so zB. woher man kommt, wohin man fährt, wie lange man unterwegs ist, wie es mit dem Camper zu fahren sei, etc. Oft werden wir eingeladen, falls wir in ihrer Wohnnähe vorbeifahren.

So hatten wir in Cape York auch die Möglichkeit auf einer Farm zu übernachten und waren eingeladen, den Abend mit der ganzen Familie zu verbringen. Dadurch erhielten wir einige Informationen über diese nördliche Region, die Rinderhaltung, etc..

In Queensland gibt es grosse Bananen-, Zuckerrohr- und andere Fruchtplantagen. Dadurch können teilweise direkt an der Strasse diverse Früchte gekauft werden. So nutzen auch wir die Gelegenheit einige Bananen(1 kg = Fr. 1.--) zu kaufen. Sogleich kommt der Besitzer aus dem Wohnhaus und lädt uns zu Tee und Kuchen auf ihre Veranda ein. Wie er erklärt haben sie nun ihre Zurckerrohrplantage verkauft und sich pensioniert. Da er und seine Frau zukünftig mehr reisen möchten, interessiert er sich auch für den Camper. Sie möchten ein komfortableres Fahrzeug als ihre bisherige Pickup Einrichtung. Wir geniessen diese Einladung und erfahren auch wieder mehr über Land und Leute.

In Townsville besuchen wir das Meeresaquarium, welches mit Korallen gestaltet ist, wie sie im Great Barrier Reef anzutreffen sind. Zur Information werden auch Filme darüber gezeigt. Viele bunte Meeresfische, Haie und auch Meeresschildkröten sind zu sehen. Vieles davon entdeckten wir auch im Ningalu Reef beim schnorcheln.

Bunte Meeresfische

Von Townsville fahren wir landeinwärts, den sogenannten Overlander's Way, welcher ca. 1500 km lang ist und mehr oder weniger alles geradeaus geht. Die längste gerade Strecke ist über 180 km lang. Der Overlander's Way führt uns immer mehr Richtung "Wilder Westen". In einem typischen Country Hotel machen wir einen Halt. In dem alten Haus sind viele verstaubte Cowboy Hüte aufgehängt und auf dem Geländer vor dem Haus sind alte Sättel aufgereiht.

Country Hotel
Was ist verändert an Max? Oft wird der Hut mit Fliegennetz gebraucht.

Wir erreichen Cloncurry, wo heute zufälligerweise ein Rodeo stattfindet. Diese Gelegenheit lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Es wird auf wilden Bullen und Pferden geritten, sowie mit dem Lasso Rinder und Kälber eingefangen. Es gibt verschiedene Wettspiele mit den Pferden sogar auch für Kinder. Die Atmosphäre ist interessant, schon die kleinsten Knaben sieht man mit grossen Cowboy Hüten. Eine Country Music Band darf natürlich auch nicht fehlen.

Rodeo

Die Orte entlang des Overlander's Way haben sich entwickelt aufgrund der reichen Erzvorkommnisse, wie Kupfer, Silber, Gold, Zink, etc. Wir begegnen einem Schwertransport der höchsten Kategorie. Es ist ein Minenfahrzeug. Die Breite ist über 8 m, benötigt also die ganze Strassenbreite. Auf dem zweiten Fahrzeug wird nur die Kippschaufel transportiert. Diese Minenfahrzeuge haben eine Ladekapazität von 360 Tonnen.

Bekannt ist die Gegend auch wegen seiner Fossilien. So hat beinahe jeder Ort sein eigenes Museum.

Es ist Sonntag und so werden von den Einheimischen auch diverse Hobbys gepflegt. So schauen wir einem Motocross zu. Früh übt sich wer ein Meister werden will, denn die Kleinsten starten schon mit sieben Jahren.

Nach Mt. Isa verlassen wir Queensland und erreichen wiederum Northern Territory wo die Landschaft bis Tennant Creek relativ flach und eintönig ist.

Motocross der Knaben Landstrasse - Overlander's Way
Road Train (ca. 53 m lang) Transport eines Minenfahrzeuges

Kurz vor Tennant Creek besichtigen wir "The Pebbles". Es ist eine Vielzahl verschiedener Steinbrocken. Die Aborigines nennen es "Tanzende Frauen".

Viel eindrücklicher noch sind die "Devils Marbles", etwas südlich von Tennat Creek gelegen. Diese Steinbrocken sind wesentlich grösser und vorallem kugelförmig. So sagen die Aborigines, es seien die Eier der Regenbogenschlange. Die Formationen sind sehr eindrücklich, speziell beim Abendlicht.

The Pebbles  
Devils Marbles

Die Nächte hier in Zentral Australien werden kälter bis eisig. Wir erreichen Alice Springs, wo wir einige Tage verweilen. Hier bringen wir auch das Fahrzeug in den Service.

In Alice Springs besuchen wir die "School of the Air".Dies ist eine landesweite Einrichtung, wodurch Kinder in den Outbacks via Internet, Funk und Telekommunikation unterrichtet werden. In ganz Australien nehmen daran 4500 Kinder teil. Im Bereich der School of the Air in Alice Springs werden zur Zeit 112 Kinder, welche auf einer Fäche von 1.3 Mio km2 verteilt sind, unterrichtet. Viermal jährlich kommen sie nach Alice Springs, um sich mit den andern Schülern zu treffen. Hier lernen sie auch das Stadtleben kennen, sowie den Umgang mit anderen Leuten, dem Geld, usw. Ein Schüler zB.ist ein Knabe welcher im Nordosten von NT wohnt. Die Eltern besitzen eine Farm welche eine Grösse von 4500 km2 (s'Heimetli) aufweist. Der nächste Nachbar wohnt ca. 320 km entfernt, was für uns Mitteleuropäer kaum vorstellbar ist.

Ebenfalls gibt es seit über 50 Jahren die Organisation des "Flying Doctors". Dies ersetzt den Hausarzt in den Outbacks, d.h. Aerzte kommen bei Bedarf per Flugzeug und in Notfällen werden die Patienten ins nächste Spital geflogen.

Wir machen eine geführte Tour zu Aborigines. Dort erhalten wir viele Informationen über die Kultur von früher und heute. Wir erfahren einiges über die Essgewohnheiten und so können wir auch verschiedenes probieren, so zB. gebratener Känguruhschwanz, riesige Raupen und anderes. Ausserdem wird Kunst-handwerk angeboten.

Besuch bei den Aborigines - soeben erstandenes Bild mit Künstlerin
Raupe - mmhh - schmeckt gut Tanzgruppe (exkl. Doris)

Der Weg führt uns weiter Richtung West Mac Donnell Ranges. In verschiedenen Gorges unternehmen wir einige schöne Wanderungen. Für die 200 km lange Naturstrasse "Mereenie Loop" benötigen wir eine Bewilligung, da diese durch Aborigines Gebiet führt (Kosten Fr. 2.20). So erreichen wir den wunder-schönen Kings Canyon. Wir wandern den 6 km langen Rim Walk, welcher entlang der Krete führt. Die Aussicht ist fantastisch und die Wanderung wird zu einem weiteren Highlight unserer Reise.

Redbank Gorge Palm Valley
Kings Canyon

Unser nächstes Ziel ist der Ayers Rock. Der den Aborigines heilige Berg, von ihnen Uluru genannt, zieht auch uns gleich in seinen Bann. Dieser riesige rote Sandstein-Monolith erhebt sich mitten aus der Ebene. Mit einer Länge von drei und einem Umfang von neun Kilometern, sowie einer Höhe von 348 Metern zeigt er, ähnlich einem Eisberg, nur die Spitze. Der ganze Fels reicht über 2000 Meter tief in die Erde. Am Abend beobachten wir das Farbenspiel beim Sonnenuntergang am Ayers Rock. Als Höhepunkt steigt der Vollmond genau mitten hinter dem Monolithen hoch.

Am andern Tag besuchen wir die Olgas, welche sich im gleichen Nationalpark befinden, jedoch ca. 40 km vom Ayers Rock entfernt liegen. Wir sind bereits zum Sonnenaufgang dort und haben einen fantastischen Blick auf die Olgas sowie den Ayers Rock. Den ganzen Tag bis zum Sonnenuntergang verbringen wir mit wandern in diesem Gebiet. Auf der Rückfahrt erleben wir wiederum einen schönen Mondaufgang.

Wir geniessen die Tage in dieser Gegend und es ist klar, dass dies ebenfalls ein weiterer Höhepunkt auf unserer Reise ist.

Blumenfeld entlang dem Mereenie Loop Olgas beim Sonnenuntergang
Ayers Rock / Uluru Sonnenaufgang

Die Weiterfahrt führt uns zurück auf den Stuart Highway und dann südwärts über die Grenze nach South Australia. Auf der Fahrt begegnen uns viele Oldtimer Fahrzeuge, welche zu einem Treffen nach Alice Springs fahren. Die einen werden von den stolzen Besitzern gefahren und andere werden auf Lastwagen transportiert. Am Treffen nehmen angeblich mehrere Tausend Fahrzeuge verschiedener Art aus dem ganzen Land teil.

Wir machen einen Abstecher zur "Painted Desert". Wir geniessen diese einsame eindrückliche Weite mit ihren pastellfarbenen Hügeln. Die Landschaft erinnert uns sehr an Namibia und Südamerika. Einmal mehr übernachten wir in der Wildnis zwischen den Büschen bei einem ausgetrockneten Flussbett. Ausser zwei Känguruhs, die vorbeihüpfen und ein Dingo der in der Ferne heult, sind wir völlig alleine. Wir geniessen diese Stimmung unter dem Sternenhimmel. Wir sind dankbar, dass wir immer wieder solche Momente erleben dürfen.

Nach der "Painted Desert" erreichen wir Coober Pedy. Es ist das bekannteste und grösste Opal-Zentrum des Landes. Die ersten Opale wurden hier um 1915 gefunden. Aus der ganzen Welt kommen Leute, die hoffen, schnell zu Reichtum zu gelangen. Insgesamt sind 45 Nationalitäten vertreten. Coober Pedy bedeutet in der Sprache der Aborigines soviel wie "Weisser Mann im Loch". Im Sommer liegen die Tagestemperaturen nicht selten über 50°C. Deshalb haben die Opalsucher ihre Wohnungen unterirdisch angelegt. Wir besuchen auch die unterirdische Kirche sowie natürlich einige Opalläden. Am Abend geniessen wir ein feines Nachtessen ebefalls in einem unterirdischen Restaurant. Die Atmosphäre ist sehr speziell und gemütlich.

Wir fahren weiter südöstlich in Richtung Flinders Ranges. So fahren wir einige hundert Kilometer durch Wüstenlandschaft. Dabei passieren wir auch den Salzsee "Lake Eyre", welcher der grösste See in Australien ist und 12 m unter dem Meeresspiegel liegt. Angeblich hatte er in den letzten 150 Jahren nur 3 mal Wasser. Vor ca. vier Wochen regnete es hier, so dass sich einwenig Wasser darin befindet. Wenn es Wasser hat, finden erstaunlicherweise viele Wasservögel ihren Weg dorthin und so wurden bereits über 40 Wasservogelarten beobachtet.

Oldtimer Painted Desert
Blower-Fahrzeug, Ortstafel von Coober Pedy Uebernachtungsplatz mitten in der Wildnis

Wir erreichen die Flinders Ranges, zuerst den Gammon Range Nationalpark im nördlichen Teil. Dieser ist jedoch genau ab morgen für eine Woche geschlossen wegen Tierzählungen.So versuchen wir unser Glück im südlichen Flinders Range Nationalpark. Die Landschaft wird nun endlich wieder grün und man merkt, dass im Süden der Frühling kommt. Der Park bietet mit seinen Bergen und Schluchten viele Wander-möglichkeiten.

Auf der Fahrt sehen wir immer wieder Tiere, wie Emus, Känguruhs und Echsen. Endlich hat es auch wieder mehr Vögel als im trockenen Zentralaustralien. Leider sind viele tote Känguruhs am Strassenrand zu sehen, welche vorallem von Road Trains nachts überfahren werden.

Flinders Range Nationalpark
Echse Keilschwanzadler beim Aas
Durch hügelige Graslandschaft, wo immer wieder grosse Schafherden weiden, fahren wir Richtung Adelaide.