Australien - Reisebricht Juli 2005 ( 22.06. - 30.07.2005)

Darwin - Cairns - Cape York - Cairns

 
 
 

Reiseroute - Stand 30.07.2005

In Darvin ist unser erstes Ziel die Reifen unseres Campers zu ersetzen. Der Vorteil bei einem gemieteten Fahrzeug ist, dass sämtliche Servicearbeiten, neue Pneus, usw. im Mietpreis inbegriffen sind. Der Fahrzeugvermieter hat in den wichtigsten Städten eine Servicestelle. So fahren wir zur Garage und ohne Diskussion werden die Reifen ersetzt. Wir benötigen gute Reifen für unsere Weiterfahrt, denn wir planen die 1200 km lange Naturstrasse, den Gulf Track, welche Richtung Cairns führt, zu fahren.

Wir verbringen drei Tage in Darwin auf einem Campingplatz, besichtigen die Stadt, den Hafen, den Strand und besuchen den Sunset Market. Die Weiterfahrt Richtung Cairns in Queensland führt uns zuerst durch den Litchfield Nationalpark. Dieser ist nicht sehr gross und wird vielmals nur als "Tagesausflug" besucht. Bekannt ist der Park vorallem wegen seiner vielen Wasserfälle, die jeweils nur wenige Kilometer voneinander entfernt liegen. In den meisten Nationalparks hat es aber auch Camp Grounds, auf welchen man für einige Dollars übernachten kann.

Allgemein wird in Australien sehr viel campiert, daher ist es sehr einfach und man fühlt sich auch sicher. Es gibt viele Plätze, wo man kostenlos übernachten kann. Auch auf diesen hat es meistens Toiletten, Abfall-Container und ab und zu Trinkwasser. In den australischen Wintermonaten bereisen sehr viele "Pensionierte" mit Wohnmobilen, Zeltanhängern, etc. den Norden Australiens um dem schlechten Wetter im Süden zu entfliehen.

 
Wangi Falls, Litchfield NP Palmen im Litchfield NP
Strassenbild und Landschaft Gulf Track

Nach dem Grosseinkauf in Katherine und einem Bad in den heissen Quellen von Mataranka starten wir Richtung Gulf Track. Die Fahrt führt uns über schmale Naturstrassen durch lichte Wälder. Die ganze Strecke wird sehr wenig befahren und pro Tag begegnen uns höchstens zehn Fahrzeuge. Auf den sandigen und holprigen Strassen sind sogar zwei Velofahrer unterwegs. Dies können, wie schon einige Male angetroffen, nur verrückte Deutsche oder Schweizer sein.

Wir passieren ab und zu kleine Lagunen, wo wir teilweise Wasservögel, wie den australischen Jabiru-Storch, etc. beobachten können. Immer wieder müssen wir Flüsse durchqueren, welche zum Glück zu dieser Jahreszeit nicht sehr viel Wasser führen. An diesen Flüssen finden wir auch schöne Übernachtungsplätze. Vorsicht ist allerdings geboten wegen allfälligen Krokodilen. Die Zufahrten sind teilweise sehr sandig, so dass wir auch zweimal mit unserem Fahrzeug stecken bleiben. Mit Aesten unterlegen können wir uns glücklicherweise ohne fremde Hilfe aus den unangenehmen und nervenanspannenden Situationen befreien.

Australischer Jabiru Warntafel
Flussüberquerung Landschaft Gulf Track

Wir überschreiten die Grenze von Northern Territory nach Queensland. Die Landschaft wird abwechs-lungsreicher mit teilweise Felsformationen. Wir passieren eine Stelle mit Bäumen, welche aussehen wie Magnolienbäume in voller Blüte. Komischerweise geben diese Blüten recht laute Geräusche von sich und wir stellen fest, dass es sich um tausende von Little Corellas (Kakadus) handelt. Wir übernachten in der Nähe und am Abend überfliegen uns diese in grossen Schwärmen mit riesigem Gekreische. Auch Känguruhs sind ganz nahe zu beobachten.

Der Tag wird abgerundet mit einer der schönsten Abendstimmungen, die wir je erlebt haben. Der Himmel mit den Wolken zeigt ein Farbenspiel von orange bis dunkelrot. Erstaunlicherweise ist zwei Stunden später die ganze Bewölkung verschwunden und es folgt eine sternenklare Nacht.

Keine blühenden Magnolienbäume - alles Little Corellas
Abendstimmung - Gulf Track

Wir passieren riesige Weideflächen mit grossen Rinderherden. Unterwegs sehen wir auch öfters Kraniche und Schwärme von Nymphensittichen.

Wir sind froh Normanton zu erreichen, denn unser Diesel wird sehr knapp. Gestern war Sonntag und die Tankstelle in Burketown geschlossen. So füllen wir unsere beiden Reservetanks ein. Wir sind auch glücklich, dass wir die 1200 km lange Naturstrasse ohne Panne geschafft haben.

Nach einem Abstecher ans Meer ins Fischerstädtchen Karumba durchqueren wir die Gegend von Corumba (tönt alles ähnlich), einem hübschen Dorf aus der Goldgräberzeit. Bald danach erreichen wir Georgtown wo wir das interessante Mineralien-Museum besuchen. Es sind ca. 8000 verschiedene Mineralien und Edelsteine ausgestellt.

Rinderherden
Millstream Fall Zillie Fall

Wir erreichen die tropische Gegend des Tablelands. Die Landschaft verändert sich schlagartig und der Regenwald erinnert uns sehr an Costa Rica. Damit ändert sich auch die Avifauna und ebenfalls das Wetter, denn heute regnet es immer wieder zwischendurch. Trotzdem fahren wir den Wasserfall Circuit mit dem Milla Milla-, Zillie- und Ellinjaa Fall.

Am Abend übernachten wir beim Hastie Swamp, einem schönen Feuchtgebiet mit sehr vielen Wasservögeln. Dies ist auch ein Übernachtungsplatz für hunderte von Kranichen welche beim Eindunkeln anfliegen. Wir selber finden fast keinen Schlaf, denn der Lärm der Vögel (Kraniche, Baumenten, etc.) ist enorm.

Die Gegend des Tableland ist vulkanisch mit mehreren kleinen Seen, welche teilweise recht fischreich sind. Ein Fischer vom Campingplatz hat einen 14 kg schweren Barramundi gefangen und so haben wir das Glück auch ein Stück davon zu erhalten. Dieses wird noch am selben Abend gebraten und schmeckt herrlich. Für gute Stimmung sorgt danach ein alter Australier, der von seiner Handorgel begleitet, typisch australische Lieder singt.

Am folgenden Tag fahren wir nach Cairns zu einem Schweizerpaar, Daniela und Fredy, welche nach Australien ausgewandert sind. Wir werden herzlich empfangen und können in ihrem Garten campieren.

Blick auf Region nördlich Cairns Strand nördlich von Cairns
Die Verkehrstafeln sind einwenig anders als in der Schweiz

Zwei Tage später geht die Fahrt weiter zu einem unserer grossen Ziele, dem Cape York, dem nordöstlichsten Zipfel von Australien. Sie führt entlang der Küste bis Cooktown. Die Gegend ist recht hügelig und die Strasse teilweise recht steil. Von dort fahren wir in den Lakefield Nationalpark. Dieser ist bekannt wegen seinen Flüssen und Wasserlöchern mit Krokodilen.

Sämtliche Strassen im Cape York sind ungeteert und nur mir 4-Rad-Antrieb befahrbar. Daher ist dies auch ein beliebtes Ziel für Off Road Fahrer. Hier verkehren unterschiedliche Charakteren, die einen fahren viel zu schnell und so ereignen sich auch sehr viele Unfälle in dieser Region. Die Gefahr von Steinschlag an die Windschutzscheibe des Fahrzeuges ist gross.

In den nördlichen Regionen Australiens sind etwa 50 Termitenarten heimisch. Auch hier im Cape York sind unzählige Termitenhügel zu sehen. Die grössten Bauten sind bis zu 6 m hoch und können ein Gewicht bis zu 6 Tonnen erreichen. Es gibt solche, die über hundert Jahre "bewohnt" sind. Bei einer Art (Magnetic) sind sämtliche Bauten immer von Nord nach Süd gerichtet.

Landschaft Region Lakefield Nationalpark
Verschiedene Termitenbauten und ein Grössenvergleich

Unser Ziel im Cape York ist der Iron Range Nationalpark. Dieser ist 110 km von der Hauptstrasse entfernt. Der grösste Teil des Parks ist Regenwald, welcher bis an die Küste reicht. Immer wieder müssen wir Bäche durchqueren welche teilweise in recht tiefen Senkungen fliessen. Seit längerer Zeit sind hier schlechtere Wetterverhältnisse und so regnet es häufig zwischendurch.

Einige Vogelarten kommen nur in diesem Gebiet vor und so sind wir glücklich, den Eclectus Parrot (Edelpapagei), den Palm Kakadu und den Yellow-billed Kingfisher zu beobachten.

Am Eingang zum Iron Range Nationalpark und Strandbild (Chili Beach)
Eclectus Parrot, links Weibchen, rechts Männchen Palm Kakadu
Azur - , Forest - und Yellow-billed Kingfisher

Die schlechten Wetterverhältnisse und damit zunehmende Verschlechterung der Strasse, veranlassen uns nach 4-tägigem Aufenthalt zur Rückfahrt Richtung Cairns. Vorallem hat es in der Parkregion viel geregnet und die Strassen werden immer schlammiger. So bleiben wir beinahe in einer ca. 100 m langen Steigung im Schlamm stecken. Im zweiten Anlauf gelingt es uns dann, auch die letzten Meter zu überwinden. Wir sind froh, als wir zurück auf der Hauptstrasse sind, denn hier ist es viel trockener. Unterwegs nutzen wir die Gelegenheit unser Fahrzeug im Fluss vom Schlamm zu reinigen.

Zurück in Cairns machen wir wieder Halt bei Daniela und Fredy. Hier werden wir mit feinem Essen verwöhnt, wie Gulasch mit selbstgemachten Knöpfli, Coupe Romanoff, frische Mangocreme etc. Auch steht uns die Waschmaschine und Internet, sowie das ganze Haus zur Verfügung. Besten Dank den beiden für die Gastfreundschaft. Als kleine Gegenleistung helfen wir beim schneiden von Palmzweigen. Auch der Camper wird innen gründlich gereingt und so fühlen wir uns wieder wohler in unserem rollenden Heim, denn wir haben noch tausende von Kilometern vor uns.

Zusammen mit einigen Schweizern feiern wir bereits heute Samstag, 30. Juli den Schweizer Nationalfeiertag.

Camper Reinigung im Fluss Cairns
schneiden von Palmzweigen in luftiger Höhe