Australien - Reisebricht Juni 2005 ( 23.05. - 21.06.2005)

Nordwest-Australien - Northern Territory (Darwin)

 
 
 

Reiseroute - Stand 21.06.2005

Nach 3-tägigem Aufenthalt in Broome zieht es uns weiter nach Derby um von dort die bekannte Off-Road Strecke "Gibb River Road" in Angriff zu nehmen. Auf der Strecke gibt es einige schöne Baobab-Bäume zu sehen und kurz vor Derbyi steht der bekannte "Prison Tree". Dieser Baum hat einen Umfang von etwa 13 m und diente einst als Gefängnis. In dem kleinen Städtchen Derby gibt es nicht viel zu sehen, ausser ein schöner Sonnenuntergang bei einem feinen Fischessen.Dennoch ist Derby bekannt wegen dem grossen Gezeitenunterschied von bis zu 12 Meter.

Die Gibb River Road ist nur für 4WD Fahrzeuge zulässig und 630 km lang. Ursprünglich wurde diese Naturstrasse für den Viehtransport gebaut, aber heute ist es vorallem auch eine Touristenattraktion. Unser erster Halt ist bei der Windjana Gorge. Wir unternehmen eine Wanderung entlang dem Fluss wo sehr viele Süsswasser-Krokodile leben und zu beobachten sind. Die Süsswasser-Krokodile sind wesentlich kleiner als die Salzwasser-Krokodile und eher harmlos einzustufen. Trotzdem wird hier abgeraten zu baden.

Auf dem dem Campground koennen wir den Great Bouwerbird (Laubenvogel) beobachten. Seine Laube baut er auf dem Boden aus ca. 40 cm hohen Halmen. Die Länge ist etwa 50 cm und hat vorne und hinten eine Oeffnung. Dort sammelt das Männchen "Schmuckgegenstände", z.B. Steine, Schneckenhäuser, Plastikdeckel von Dosen, und anderes.

Baobab - Bäume, von welchen es in Australien drei verschiedene Arten gibt.
Bouwerbird uns seine Laube

Eine weitere sehenswerte Region ist der Bell Gorge im King Leopold National Parc. Dieser Gorge hat einen schönen Wasserfall, welcher sich in einen herrlichen Pool stürzt. Nach dem Anmarsch geniessen wir die Abkühlung im Pool sehr. Allgemein sei bemerkt, dass nicht jeder "Wasserfall" (gemäss Prospekt) auch Wassser führt, d.h. dass einige Gewässer zu dieser Jahreszeit stark ausgetrocknet sind. Wir durchwandern noch verschiedene andere Gorges auf der Strecke der Gibb River Road.

Einmal finden wir unterwegs einen wunderschönen Uebernachtungsplatz, wie eine Oase mit Palmen, Bäumen und einem kleinen Gewässer. Am Morgen werden wir bereits vom Gekrächze der Papageien geweckt. Es zeigt sich schnell, dass dieser Ort speziell gut ist um verschiedene Vogelarten zu beobachten und Video Aufnahmen zu machen, so z.B. von verschiedenen Finkenarten inkl. der seltenen Goulds-Amadine, sowie Wellensittiche und andere Papageienarten. Für ein Ornithologe ein absolutes "Eldorado", so sassen z.B. gleichzeitig auf einem kleinen Ast drei verschiedene Vogelarten.

An einem Wasserloch begegnen wir dem ersten Dingo, der plötzlich um unser Auto schleicht. Er erhofft sich etwas Futter, aber Wildtiere sollten generell nicht gefüttert werden. Öfters hören wir auch in der Nacht das Heulen der Dingos.

Betreffend Strassenzustand der Gibb River Road, haben wir uns diesen etwas rauher und abenteuerlicher vorgestellt. Effektiv ist zu dieser Jahreszeit der 4-Rad Antrieb nur für die Flussdurchquerungen notwendig.

4 Vögel - 3 verschiedene Arten Red-headed Gouldian Finch (gefährdete Art)
Der Gouldian Finch (Goulds-Amadine) ist eine gefährdete Art in Australien und sehr schwierig zu beobachten. Es gibt diese Art mit schwarzem - (75%), rotem- (24%) oder gelbem Kopf (1%).
Dingo Rotflügel Papagei
Bell Gorge Landschaftsbild GibbRiver Road

Die Fahrt geht weiter bis zum kleinen Ort Wyndham, wo eigentlich nur der "Five Rivers" Aussichtspunkt sehenswert ist. Dieser bietet wirklich eine sehr schöne Rundsicht bis weit in die Ferne.

In dieser Region befindet sich das Feuchtgebiet von Parry Lagoons. Hier hat es einen interessanten Bird-Hide, wo viele verschiedene Wasservögel zu beobachten sind.

Bald danach erreichen wir Kununurra. Als erstes räumen wir den Camper aus um diesen gründlich vom Staub der Gibb River Road zu reinigen. Da loben wir unseren eigenen Camper, welcher im Vergleich völlig staubdicht ist.

Von Kununurra aus unternehmen wir am folgenden Tag einen Flug zu dem bekannten Bungle-Bungle Massiv. Zuerst fliegen wir über grosse Gemüse-und Zuckerrohrfelder, dann über den Lake Argyle sowie über verschiedene Schluchten. Bevor wir zur Landung ansetzen überfliegen wir auch noch die Bungle Bungles. Mit einem Kleinbus werden wir in das Innere dieser Region gefahren, wo wir eine Wanderung mit Lunch unternehmen. Der Bungle Bungle Nationalpark, welcher eine Fläche von 3000 km2 einnimmt, zählt mit seinem rot bis schwarz schillernden Gestein zu den schönsten Nationalparks in Australien. Rund geformte Bergkuppen (Bienenkörbe genannt) und in mehreren Lagen bunt gebänderte Felswände machen den Besuch sehr beeindruckend. Auf dem Rückflug überfliegen wir die Argyle Diamantenmine, welche die grösste der Welt ist. Kurz vor der Landung erleben wir noch einen herrlichen Sonnenuntergang. Dieser Tag war wirklich super und ein Höhepunkt unserer Reise.

Am folgenden Tag machen wir einen kleinen Abstecher zum Ord Dam des Lake Argyle. Dieser ist einer der grössten Stauseen auf der Welt und bewässert ein Gebiet von etwa 760 km2. Nach dem Ueberflug am Vortag ist die Landschaft auch aus dieser Perspektive ein Genuss.

Ausblick vom Five River Point in Wyndham Lake Argyle
Flug über die Bungle Bungle im Bungle Bungle NP

Wenige Kilometer nach diesem Abstecher zum Lake Argyle verlassen wir West-Australien und fahren in das Staatsgebiet Northern Territory. Kurz danach besuchen wir den kleinen Keep River NP, wo wir übernachten um anderntags eine Wanderung zu unternehmen. Am andern Morgen ist allerdings die ganze Umgebung voll Rauch von Buschfeuern, welche in der Nähe gelegt wurden. So unterlassen wir die Wanderung und fahren weiter Richtung Katherine.

Buschfeuer werden koordiniert von Aborigines und den Behörden gelegt. Diese Flächenbrände werden wie ein Patchwork angelegt und kontrolliert. Damit wird verhindert, dass sich sogenannte grosse "wilde Brände" entfachen, welche nicht mehr kontrollierbar sind und verherende Folgen mit sich bringen können. Die jahrelange Erfahrung zeigt, dass die Natur so praktisch keinen Schaden nimmt.

In der Nähe von Katherine besuchen wir den Nitmiluk NP mit den beiden Sehenswürdigkeiten "Katherine Gorge" und "Edith Falls". Auf dem Campingplatz grasen die hübschen Wallabies. Eines mit dem Jungen im Beutel können wir ganz nahe beobachten. Das kleine verlässt sogar für kurze Zeit den Beutel um sich uns zu zeigen. Schnell schlüpft es jedoch wieder zurück an sein sicheres Plätzchen. Auch ein frecher Kookaburra sitzt beim kochen nebenan und erhofft sich einen Leckerbissen.

Nitmiluk NP - Kathrine Gorge und Edith Falls
Wallaby mit Jungem und Blue-winged Kookaburra

Weiter gehts über Pine Creek zum Kakadu Nationalpark, dem grössten und bekanntesten in Australien. Mit einer Fläche von etwa 20'000 km2 ist er halb so gross wie die Schweiz. Von dem hier lebenden Gagadju-Stamm leitete man den Namen Kakadu ab. Berühmt ist der Park auch für die vielen Felszeichnungen der Aborigines. Einige Zeichnungen sollen über 20'000 Jahre alt sein. Am Ubirr Rock und Nourlangie Rock sind besonders gelungene und noch gut erhaltene Kunstwerke zu finden.

Die verschiedenen Vegetationen sind Habitate für eine Vielzahl von Vogel-, Fisch- und Reptilienarten. Ein besonderes Erlebnis ist eine Schifffahrt durch das Sumpfgebiet von Yellow Water. Wir wählen die Fahrt, welche bereits um 06.45 Uhr startet. So erleben wir einen schönen Sonnenaufgang und eine zahlreiche Vogelwelt. Auch die riesigen Salzwasser Krokodile fehlen nicht. Ansonsten unternehmen wir verschiedene Wanderungen im Nationalpark. Eindrücklich ist auch der Sonnenuntergang von Ubirr Rock aus, wo wir eine schöne Aussicht über ein weites Gebiet des Parks geniessen. Ebenfalls ein unvergessliches Erlebniss haben wir an einer Uebernachtungsstelle, wo uns in der Dämmerung hunderte von Flughunden überfliegen. Aber leider sind es nicht nur Flughunde, sondern auch tausende von Mücken die uns umschwirren. Da es um 19 Uhr bereits dunkel ist, sitzen wir normalerweise gerne noch draussen und betrachten den schönen Sternenhimmel. Dies ist hier jedoch nicht möglich und wir flüchten jeden Abend rechtzeitig in den Camper.

Bekannte Motive der Felzeichnungen von Aborigines
Hooded Parrot und Rainbow Bee-eater
verschiedene Landschaften im Kakadu Nationalpark
White-bellied Sea-Eagle und Forest Kingfisher's
Salzwasserkrokodil und Reiher

Nach einer Woche Aufenthalt verlassen wir den Kakadu NP. Am Mary River feiern wir unseren 33. Hochzeitstag indem wir eine Schifffahrt bei Sonnenuntergang unternehmen. Auf einer Sandinsel machen wir dann Halt. Die Tische und Stühle sind mit einem Gitter eingezäunt zum Schutz vor Krokodilen. Es wird ein Feuer gemacht und das Nachtessen zubereitet. Es gibt frisch gebackenes Brot und ein Eintopf. Bei einem guten Tropfen Wein wird noch Mundharmonika gespielt, gesungen sowie Gedichte und Geschichten vorgetragen. Ein tolles Erlebnis unter freiem Sternenhimmel.

Nach ca. 8500 km erlebnisreicher Fahrt und unzähligen Eindrücken erreichen wir Darwin, die nördlichste Stadt von Australien. Hier befinden wir uns im tiefsten Winter bei 34°C am Schatten und 80 % Luftfeuchtigkeit und wie sieht es aus in der Heimat?

Sonnen Auf- und Untergang in Darwin - - und Tschüss!!